Verkehrsplanung Weniger ist mehr
London - Forscher von der Universität Oxford haben mit Hilfe einer Simulation die mittlere Reisezeit in ein Stadtzentrum in Abhängigkeit von der Menge der Verbindungsstraßen berechnet. Ihr Ergebnis: Wenn zu viele Straßen ins Zentrum führen, ist der Verkehrsfluss schlechter als bei einer geringeren Anzahl von Verbindungen. Über die Arbeit von Douglas Ashton und seinen Kollegen berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe.
Zunächst betrachteten die Forscher eine stark vereinfachte Version eines Stadtstraßennetzes: Sie simulierten eine ringförmige Umgehungsstraße mit ein paar speichenartigen Verbindungen, die sich im Zentrum kreuzten. In diesem Modell berechneten sie, wie sich die benötigte Reisezeit mit der Anzahl der Verbindungsstraßen veränderte. Wie erwartet wurde die benötigte Zeit kürzer, wenn mehr Straßen zur Verfügung standen - allerdings nur dann, wenn Staus ausgeschlossen waren.
Sobald jedoch Verzögerungen im Stadtzentrum mit in die Berechnung eingeschlossen wurden, änderten sich die Verhältnisse. Unter dieser Voraussetzung gab es eine optimale Anzahl von Straßen, bei der der Verkehrsfluss am besten funktioniert. Wurde diese Zahl jedoch überschritten, verlangsamte sich der Fluss und die simulierten Autos brauchten länger für die gleichen Strecken als bei weniger Verbindungsstraßen.
Die Ergebnisse dieser Berechnung passen recht gut zur Realität, schreibt der "New Scientist": Solche Verzögerungseffekte wurden bereits in echten Städten beobachtet, in denen "Abkürzungen" zu mehr Verkehr und damit auch zu mehr Stau geführt hatten.