"Verzweiflung" Streik droht BMW-Produktion stillzulegen
Oslo - BMW muss ab Mitte kommender Woche seine Produktion in Deutschland herunterfahren, wenn bis dahin der Streik in Norwegen nicht beendet wird. Klaus Wenzel, Vize in der Einkaufsabteilung der Münchener Automobilbauer, sagte der norwegischen Tageszeitung "Aftenposten", später müsse dann auch die Automobilproduktion in den USA und Südafrika gestoppt werden.
Wenzel hält sich der Zeitung zufolge im norwegischen Raufoss auf, um die Lage mit den bestreikten Zuliefern zu klären. Er sei "verzweifelt", schreibt das Blatt.
Die Frage sei, wie sich einer der weltweit führenden Automobilkonzerne von zwei mittelgroßen Betrieben in Raufoss abhängig machen könne, meint das Blatt. Erst vor vier Jahren habe ein Streik BMW in eine ähnliche Situation gebracht, anscheinend hätten die Münchener nichts gelernt, kommentierte "Aftenposten".
Wenzel konterte, eine lange gute Zusammenarbeit sorge dafür, dass die Partnerunternehmen eine neue Chance verdient hätten. In Raufoss gebe es sehr gute technische Einrichtungen, die Betriebe seien flexibel und produzierten auf hohem Niveau.
Da die Unternehmen weiter als Zulieferer benötigt würden, überlege BMW, sie zum Umzug in ein anderes Land zu überreden, sagte Wenzel. Norwegen müsse sich als Teil der globalisierten Wirtschaft begreifen, so der Einkaufs-Vize. Für die Wirtschaft des Landes stehe viel auf dem Spiel, vor allem, wenn es alle vier Jahre zu einem Streik komme.
Für einen der beiden Betriebe, Hydro Automotive Structures, stehen bei Wegfall der BMW-Aufträge Umsätze von 500 Millionen norwegischen Kronen (rund 120 Millionen Mark) auf dem Spiel. Das Unternehmen produziert unter anderem Stoßfänger für die Bayern.