Volkswagen: Pischetsrieder stoppt den Microbus - DER SPIEGEL
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Volkswagen Pischetsrieder stoppt den Microbus

Als Studie hatte der Microbus für so großes Echo gesorgt, dass man bei VW ernsthaft über die Entwicklung zur Serienreife nachdachte. Doch gestern Abend beerdigte VW-Chef Pischetsrieder das Projekt. Das Retro-Auto würde sich nicht rechnen.
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Wolfsburg - Auf der gestrigen Sitzung des Produkt-Strategie-Ausschusses von VW waren die Rahmenbedingungen noch einmal ausführlich diskutiert worden. Einig war man darin, dass der Microbus sein größtes Absatzpotenzial auf dem US-Markt haben würde. Da er aber in Hannover gebaut werden sollte, würde der hohe Euro-Kurs seinen Verkauf in den USA zu einem Verlustgeschäft machen. Danach stand für Pischetsrieder die Entscheidung fest: Das Auto wird nicht gebaut.Stattdessen soll nun auf der Plattform des Transporters T5, der in Hannover produziert wird, ein neu gestalteter Bus entstehen, der auch in Europa einen größeren Absatz finden soll. Sein Design soll weniger Retro-Elemente enthalten, Entwicklung und Produktion deutlich billiger sein. Der neue Bus könnte 2007 auf den Markt kommen. Auch er soll im Rahmen des Projekts "5000 mal 5000" produziert werden, bei dem die Beschäftigten zu einem Monatslohn von umgerechnet 2556 Euro arbeiten. Die Entscheidung, ob der erstmals bei der Autoshow in Detroit Anfang 2001 gezeigte Microbus gebaut wird oder nicht, hatte das VW-Management in der Vergangenheit immer wieder verschoben. Nach dem sehr gemischten Erfolg des Retro-Modells New Beetle, der in Übersee blendend läuft, in Deutschland aber nur zögerlich abgesetzt wird, waren die Wolfsburger vorsichtig geworden.Die Idee und das Konzept für den Wagen stammten aus dem kalifornischen Designstudio von Volkswagen. Die zweifarbige Frontansicht mit der markanten "Nase" erinnerte an das ehemalige Kultmobil.Um auf Messen Aufmerksamkeit zu erregen, waren die vorgestellten Microbus-Modelle mit allerlei Gimmicks bestückt: Die beiden seitlichen Schiebetüren öffneten sich per Knopfdruck, auf den Achsen steckten wuchtige 20-Zoll-Räder, es gab eine Kommunikationsanlage mit insgesamt sieben Monitoren und noch mal einen Extra-Bildschirm, auf dem die Rückfahrkamera ihre Bilder überträgt, sobald der Rückwärtsgang eingeschaltet wird.