Volvo VCC Kombis Zukunft
Die Studie VCC, die Buchstaben stehen für Versatility Concept Car, sieht eindrucksvoll aus. Das Design, realisiert von den unternehmenseigenen Studios in Göteborg und Barcelona, ist klar wie ein schwedischer See und stämmig wie eine Nordmanntanne. Der in Genf enthüllte Wagen wirkt bullig, aber ohne jede Spur von Aggressivität oder Arroganz. Volvo-Chef Olsson weiß, dass die schiere Größe und Präsenz des Autos zum Widerspruch reizen könnte und räumt deshalb ein: "Große Luxusfahrzeuge werden häufig als Dinosaurier bezeichnet - wegen ihrer schlechten Umwelteigenschaften seien sie zum Aussterben verdammt. Aber Volvo traut sich, anders zu sein."
So sind auf dem Dach des VCC Solarzellen montiert, die den Strom liefern für den Ventilator des Lüftungssystems. Ein spezieller Filter reinigt die eingesaugte Luft von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden. Im Wageninneren sind keine Luftaustrittsöffnungen sichtbar, sie sind geschickt hinter und unter Verkleidungsteilen verborgen.
Unter der mächtigen Haube, die sich vom breiten und charakteristisch-groben Kühlergrill bis an die Wurzel der A-Säulen spannt, ist ein Sechszylinder-Reihenmotor mit 2,6 Liter Hubraum platziert, der mit einem Turbolader und Direkteinspritzung arbeitet. Volvo nennt einen Durchschnittsverbrauch von 6,5 Liter je 100 Kilometer. Der günstige Wert wird erreicht durch eine Start-Stopp-Automatik, die den Motor abstellt, sobald das Fahrzeug anhält und eine neuartige Turbotechnik.
Eine neue Lösung haben die Techniker auch für den Zündschlüssel gefunden. Es gibt ihn einfach nicht mehr. Stattdessen trägt der Fahrer den so genannten V-Pulse mit sich, eine Art Schmeichelstein mit Volvo-Logo. Ist mit dem Fahrzeug alles in Ordnung, erzeugt das Teil eine regelmäßige, ruhige, dem menschlichen Pulsschlag nachempfundene Reaktion. Stimmt etwas nicht, zuckt der V-Pulse heftiger, etwa wenn der Wagen nicht verschlossen wurde oder die Alarmanlage anspringt. Per Fingerdruck auf das Logo wird das Auto geöffnet oder verschlossen. Und zum Starten des Motors wird der V-Pulse in eine flache Mulde in der Mittelkonsole gelegt und anschließend gedrückt.
Die Phantasie der Ingenieure und Designer ist auch im Innenraum des VCC bemerkbar. Das Dach wird von einem X-förmigen Träger gestützt, in dem die Interieur-Beleuchtung untergebracht ist. Die Sitze sind mit dickem Havana-Leder bezogen, das sich über Polster aus Temper-Schaum spannt. Dieses kissenartige Material, vermeldet Volvo stolz, sei eine schwedische Erfindung. Clever sind auch die Details des Gepäckraums. Etwa der elektrisch ausfahrbare Ladeboden oder zwei Staufächer unter dem Ladeboden, von denen eines beheizt und das andere gekühlt werden kann. Zudem gibt es einen integrierten Safe im Heck. Wenn sich dort Unbefugte zu schaffen machen, müsste der V-Pulse eigentlich besonders hektisch vibrieren. Bis zur Serienreife des VCC kriegen das die Volvo-Entwickler bestimmt noch geregelt.