VW 40-Tonner Ein Titan von Volkswagen
Das VW-Logo auf dem Kühlergitter ist so groß wie eine Pkw-Radkappe. Anders würde es auch gar nicht auffallen auf diesem Ungetüm von Fahrzeug. Die Zugmaschine trägt den selbstbewussten Namen Constellation Titan Tractor 320 und ist der jüngste 40-Tonner aus dem Hause Volkswagen. In Europa allerdings wird dieser Lkw nicht im Straßenverkehr zu sehen sein. Einzig bei der europäischen Truck-Rennserie tritt das Monstrum als sogenanntes Pace-Car in Erscheinung - also als Fahrzeug, das in der Einführungsrunde dem Starterfeld voraus fährt oder bei Rennunterbrechungen die Renntrucks hinter sich sammelt.
Während europäische Fernfahrer das Trumm also nur auf abgesperrten Pisten begutachten können, ist es für ihre Kollegen auf der Südhalbkugel dieser Erde ein Arbeitsgerät. In Brasilien, wo VW Marktführer unter den Lkw-Herstellern ist, wird der Constellation bereits seit einigen Wochen ausgeliefert. Gebaut werden die Fahrzeuge im Werk Resende in der Nähe von Rio de Janeiro. Demnächst läuft die Fertigung in Mexiko an, ab dem Sommer wird Volkswagen auch erstmals Trucks mit Rechtslenker in Südafrika produzieren.
"In Westeuropa", sagt VW-Sprecher Lothar Brune, "wird der Constellation definitiv nicht verkauft." Ob das Auto irgendwann in Osteuropa angeboten wird, sei noch offen. "Wegen der extremen Währungsschwankungen in Südamerika" aber sei dies nur dann sinnvoll, wenn dort auch eine Lkw-Produktion aufgebaut würde. Konzipiert ist der Fernlaster vor allem für die rauen Bedingungen der sogenannten emerging markets. Brune: "In Brasilien wird so ein Lkw zu 50Prozent auf unbefestigten Straßen bewegt."
Sechszylinder-Diesel mit 8,3 Liter Hubraum
Angetrieben wird der Constellation Titan Tractor 320 von einem Reihen-Sechszylinder-Diesel des US-Herstellers Cummins mit 8,3 Liter Hubraum, Turbolader und Commonrail-Einspritzung. 320 PS leistet das Aggregat, das ein maximales Drehmoment von 1288 Nm entwickelt. Ein 16-Gang-Getriebe des deutschen Zulieferers ZF verwaltet die Kraft. Das robuste Fahrwerk besteht aus einem Leiterrahmen mit starren, an Blattfedern aufgehängten Achsen vorne und hinten.
Nachdem VW in den Jahren 2004 und 2005 die europäische Superrace-Truck-Rennserie gewann, die aber in diesem Jahr nicht mehr an den Start geht, tritt Volkswagen nun vorübergehend nicht mit einem Renn-Lkw, sondern eben mit dem neuen Laster zumindest als Pace-Car an. Das Signal an die Trucker-Gemeinde: Wir können auch anders. Und vor allem: So sieht VW-Design aus, wenn es für die 40-Tonnen-Klasse entworfen wurde.