VW-Camper-Studien: Schluss mit Luxus - DER SPIEGEL
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VW-Camper-Studien Schluss mit Luxus

Moderne Wohnmobile sind meist raffinierter ausgestattet als eine normale Drei-Zimmer Wohnung. Muss das so sein? Nein, sagt VW, und stellt zwei Camper-Studien vor, bei denen der All-inklusive-Gedanke über Bord geworfen wurde.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zurück zu den Wurzeln, das ist der Tenor der beiden Fahrzeuge, die Volkswagen demnächst auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (28. August bis 5. September) vorstellen wird. Ideal für die traute Zweisamkeit ist beispielsweise das Campingmobil auf Basis des Großraumkombis Caddy. Reichen 3,2 Kubikmeter Raum als Urlaubsdomizil? Nicht ganz, befanden die Experten der Aufbaufirma Sortimo in Augsburg. Die Lösung: Nach dem Öffnen der Heckklappe wird ein spezieller Ladeboden aus dem Fahrzeugheck gezogen und sodann eine Art Zelt zwischen diesem Ladeboden und der nahezu waagerecht stehenden Heckklappe aufgefaltet. "Zur Verdunkelung des Fahrzeugs kommen rundum Vorhänge zum Einsatz", meldet VW. Zwei kommode Schlafplätze springen dabei auf jeden Fall heraus.

Wenn die Messebesucher Gefallen finden an dem spartanischen Mini-Wohnmobil könnte die Zusatzausstattung bereits für die Campingsaison 2005 serienreif sein. Rund 1500 Euro, so eine erste Schätzung, würde der Ausbau des Caddys zum Mini-Camper kosten. Beide Versionen, also der Kombi und die Pkw-Version Life, könnten mit dem Schlafzelt nachgerüstet werden. Spezielle Halterungen für Kühlboxen, Staufächer oder gar ein Mountainbike sind ebenfalls denkbar.

Buchstäblich zurück zu den Wurzeln geht VW mit der zweiten Studie, dem so genannten Einstiegscamper. Denn 1951 fing Volkswagen an, den bis dahin normalen VW-Bus mit einer herausnehmbaren Campingbox und einer Rückbank auszustatten, die sich zu einer Liegefläche umklappen ließ. Auf diese spartanischen Anfänge greift die Studie zurück. Weit weg vom Luxus und der fast schon überbordenen Ausstattung des VW California baut der Einstiegscamper auf dem technisch identischen, optisch aber etwas schlichteren VW-Transporter-Kombi auf. Es gibt ein aufstellbares Dach, eine umklappbare Zweierbank als Liege und ansonsten Schienen im Boden und an den Seitenwänden, um Staufächer, Schränke oder andere Campingeinrichtungen sicher zu fixieren.

Weil VW bei der Zusammenstellung des Einstiegscampers im Wesentlichen auf vorhandene Elemente zurückgreift, könnte auch dieses Fahrzeug bis zum Sommer 2005 serienfertig sein. Es gäbe dann endlich ein solides, geräumiges und durchaus praktisches Wohnmobil für "rund 30.000 Euro", wie ein VW-Sprecher sagt. Sollte das Publikum den Weg zurück zum wirklich einfachen Campingleben mitvollziehen, würde das Basismobil mit allen vier TDI-Motoren (Leistung von 84 bis 174 PS / 63 bis 128 kW)angeboten. Auch Automatik oder Allradantrieb, so heißt es bei VW, würden zur Verfügung stehen.