VW Golf GTI: Lebt die Legende? - DER SPIEGEL
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VW Golf GTI Lebt die Legende?

Ein Jahr nach dem Debüt des Golf V würzt Volkswagen jetzt die Baureihe mit dem Modell GTI. Das neue Auto soll an den Erfolg des legendären Ur-GTI von 1976 anknüpfen. Im Windschatten des GTI ebenfalls neu am Start: der Golf 4Motion mit Allradantrieb.
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Das Kürzel GTI, behauptet VW, sei 98,5 Prozent aller Deutschen bekannt und werde von ihnen mit dem Golf in Verbindung gebracht. Sollte das zutreffen, bräuchten die Wolfsburger für ihr jüngstes Auto kaum zu werben: Es ist der neue Golf GTI. "Ein Sportler der reinen GTI-Lehre", heißt es in einer Mitteilung über den neuen Wagen überschwenglich. Der GTI des Jahrgangs 2004 biete "Fahrspaß ohne Kompromisse".

Dabei zeigt sich VW durchaus kompromissbereit, denn zum Beispiel wird das Auto als Drei- oder Fünftürer gebaut, was dem reinen GTI-Gedanken durchaus widerspricht. Auch der strenge Farbcode - die erste GTI-Generation gab es nur in Silber oder Rot - gilt nicht mehr. Dafür bemühten sich die Designer um einige optische Reminiszenzen: schwarzer Kühlergrill mit roter Umrahmung, Dreispeichen-Lenkrad und ein schwarzer Dachhimmel. Dazu kommen unter anderem ein doppeltes Auspuffendrohr, 17 Zoll Leichtmetallräder, rote Bremssättel und abgedunkelte Scheinwerfergehäuse.

Angetrieben wird der neue Golf GTI von einem Zwei-Liter-Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung, der 200 PS (147 kW) entwickelt, sowie ein Drehmoment von 280 Newtonmeter. So angefeuert schafft es der Wagen in 7,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 (mit DSG-Getriebe 6,9 Sekunden) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Den Spritverbrauch gibt VW mit 8,0 Liter je 100 Kilometer an - zweifellos eine rein theoretische Größe.

Knapp 30 Jahre liegen zwischen dem ersten Golf GTI und der jüngsten Interpretation der Idee. Das bedeutet: Das aktuelle Modell ist pickepacke voll mit Beigaben, an die 1976 noch nicht mal jemand dachte. Als da wären: Klimaanlage, automatisch abblendender Innenspiegel, Reifendruckkontrollanzeige, Regensensor, ESP und sechs Airbags. Außerdem wurde das Fahrwerk des GTI im Vergleich zum normalen Golf um 1,5 Zentimeter tiefer gelegt. So rasant soll es dann doch sein. Den exakten Preis des neuen GTI gibt VW noch nicht bekannt - er dürfte rund 24.500 Euro betragen.

Fix dagegen sind die Preise der neuen Golf-Allradmodelle mit dem Namenszusatz 4Motion. Der Wagen mit 1,9-Liter-TDI-Motor (105 PS/77 kW) kostet 20.475 Euro, der mit 2.0-Liter-TDI-Antrieb (140 PS/103 kW) 22.495 Euro. Und die Allradvariante mit dem 2-Liter-FSI-Motor (150 PS/110 kW) steht ab 22.480 Euro bei den Händlern. Der permanente Allradantrieb des Golfs basiert auf einer elektronisch gesteuerten Haldex-Kupplung, die das Drehmoment variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

VW verspricht, das überarbeitete Allradsystem arbeite "schneller, feinfühliger und leiser" als die bisherige Version. Zudem wurde das Wartungsintervall von 30.000 auf jetzt 60.000 Kilometer verdoppelt. Auf Grund der Vierrad-Automatik darf der Golf nun bis zu 1600 Kilogramm an den Haken nehmen und schafft damit eine Steigung von maximal zwölf Prozent. Optional bieten die Wolfsburger für die Allradmodelle ein "Offroad-Paket" an mit Tiefschutz für Motor und Unterboden sowie ein "Schlechtwegepaket" mit strafferer Dämpfung und einer um zwei Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit.