VW Microbus: Retrotrend schafft Arbeitsplätze - DER SPIEGEL
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VW Microbus Retrotrend schafft Arbeitsplätze

Volksfeststimmung bei VW in Hannover: Konzern-Vorstand Bernd Pischetsrieder unterschrieb vor mehreren tausend Mitarbeitern eine Vereinbarung: Der Microbus wird gebaut, und zwar im Werk Hannover.
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"Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass im Werk Hannover die Voraussetzungen gut sind", erklärte Pischetsrieder. Die Entscheidung bedeutet 1500 neue Arbeitsplätze für die Fabrik. Sie entstehen im Rahmen des Tarifmodells 5000 mal 5000. Das Projekt sieht vor, dass VW insgesamt 5000 Mitarbeiter zu einem Bruttolohn von 5000 Mark (2556 Euro) beschäftigt.

Die Entscheidung für die Schaffung von 3500 neuen Arbeitsplätzen zum Bau eines Minivans auf Basis des künftigen Golf war bereits im vergangenen Jahr gefallen. Pischetsrieder sagte heute vor der Belegschaft: "Mit dem Microbus kehrt rund 50 Jahre, nachdem der erste VW-Bus hier vom Band lief, ein Stück Legende nach Hannover zurück." Mit dem neuen Microbus solle diese Legende fortgeschrieben werden. VW hofft, dass der neue Wagen als besonders designorientiertes Modell unter den sonst oft klobig und fad geformten Großraumlimousinen eine Ausnahmestellung einnehmen wird.

Die Entscheidung, ob der erstmals bei der Autoshow in Detroit Anfang 2001 gezeigte Microbus nun gebaut wird oder nicht, hatte das VW-Management immer wieder verschleppt. Zu ungewiss erschien die Zukunft des US-Automarktes, denn das in Anlehnung an die Hippie-Fahrzeug-Ikone aus den siebziger Jahren gestylte Auto (der VW-Bus hieß in den USA übrigens schon immer Microbus) sollte vor allem in den USA verkauft werden. Nach dem sehr gemischten Erfolg Retro-Modell New Beetle, der in Übersee blendend läuft, in Deutschland aber nur zögerlich abgesetzt wird, sind die Wolfsburger vorsichtig geworden.

Die Idee und das Konzept für den Wagen stammen aus dem kalifornischen Designstudio von Volkswagen. Die zweifarbige Frontansicht mit der markanten "Nase" erinnert an das ehemalige Kultmobil, jedoch trägt der künftige Microbus statt runder Kulleraugen schmale Xenon-Scheinwerfer-Streifen. Modern und retro zugleich sieht die seitlich durchgehende Fensterfläche aus, ebenso das deckelartige Dach.

Um auf Messen Aufmerksamkeit zu erregen, waren die bislang vorgestellten Microbus-Modelle mit allerlei Gimmicks bestückt: Die beiden seitlichen Schiebetüren öffneten sich per Knopfdruck, auf den Achsen steckten wuchtige 20-Zoll-Räder, es gab eine Kommunikationsanlage mit insgesamt sieben Monitoren und nochmal einen Extra-Bildschirm, auf dem die Rückfahrkamera ihre Bilder überträgt, sobald der Rückwärtsgang eingeschaltet wird.