VW Phaeton Der schwierige Spross
Die seltsame Namensgebung reizt natürlich zu Vergleichen. Phaeton, der Sohn des griechischen Sonnengottes Helios war ein Problemkind schließlich stiebizte er den Sonnenwagen seines Vaters und geriet ins Trudeln. Für den Phaeton von VW gilt Gleiches. Allerdings wurde der Phaeton aus der Mythologie nach manchen Überlieferungen von Göttervater Zeus mit einem Blitz erschlagen, um Schlimmeres zu verhindern. VW-Übervater Ferdinand Piech wird selbiges wohl kaum erwägen schließlich hat er den Phaeton einst als Vorstandschef durchgesetzt. Das Auto sollte die Krönung der Premiumstrategie von VW werden. Wie man heute weiß, kam es anders.
Offiziell mag niemand bei Volkswagen die exakte Zahl der Limousinen nennen, die bis heute in der eigens zu diesem Zweck errichteten "Gläsernen Manufaktur" in Dresden gebaut wurden. "Mehr als 25.000 Exemplare", teilt ein VW-Sprecher mit. Etwa die Hälfte davon wurden in Deutschland zugelassen. Nach den Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg wurden in den vergangenen fünf Jahren bis einschließlich April 2007 insgesamt 14.182 Phaeton-Modelle in Deutschland angemeldet.
Nur zum Vergleich: Allein vom Golf wurden im Monat April 2007 in Deutschland mehr als 17.000 Exemplare zugelassen. Mit dem mageren Zuspruch, den der Phaeton erfährt, kann VW also keinesfalls zufrieden sein. Doch nun soll manches besser werden. Um die geliftete Version vom Vorgänger abzuheben, trägt sie neue Chromleisten am Bug, die Scheinwerfer sind frisch frisiert und es gibt einige neue Assistenzsysteme. Zum Beispiel einen schlauen Tempomat mit "Follow to Stop"-Funktion, die Anhaltewegverkürzung "Front Assist", einen Spurwechselassistenten names "Side Assist" und eine Abblendlicht-Automatik, die die Scheinwerfer immer dann anknipst, wenn es regnet oder hurtig über die Autobahn geht.
Der kleine Dieselmotor wird stärker und sauberer
Weil der günstigste Phaeton, das Modell mit V6-TDI-Motor, auch das bei weitem gefragteste ist, hat sich VW besonders um diese Version gekümmert. Der Motor wurde überarbeitet, so dass er jetzt die ab 2009 geltende Abgasnorm Euro 5 erfüllt. Zudem wurde die Leistung des Aggregats um 8 auf nun 233 PS gesteigert. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 9,6 Liter, der CO2-Ausstoß bei 248 Gramm pro Kilometer. 63.952 Euro verlangt Volkswagen für dieses Auto, das allein schon deshalb dem Volk ziemlich enthoben ist. Der günstigste Benziner ist die Variante mit dem 241 PS starken V6-Aggregat, die 68.014 Euro kostet.
Natürlich werden auch weiterhin die Modelle mit V8- und W12-Motoren angeboten. Ebenso kann für jede Motorisierung die um zwölf Zentimeter verlängerte Stretch-Version geordert werden. Um den Absatz des Phaeton wenigstens auf dem bisher erreichten Niveau zu halten, soll das Marketing für den Wagen mit dem Start des überarbeiteten Modells noch einmal kräftig angeschoben werden, ist aus Wolfsburg zu hören. Die Ingenieure haben ihren Job längst erledigt, jetzt müssen die Image-Schrauber an die Arbeit und das kann dauern.