VW Polo Bluemotion: Blaue Stunde in Wolfsburg - DER SPIEGEL
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VW Polo Bluemotion Blaue Stunde in Wolfsburg

Was bislang grün war, ist künftig blau. Zumindest im automobilen Kosmos. Deshalb nennt Mercedes seinen saubersten Diesel der Welt nicht "Green-" sondern "Bluetec". Und bei VW heißt der sparsamste Polo aller Zeiten "Bluemotion". Seine Premiere feiert er jetzt in Genf.
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Mit besonders sparsamen Autos hat VW keine guten Erfahrungen gemacht. Zwar war 1999 das Medienecho auf den Drei-Liter-Lupo überwältigend. Doch kaufen wollte das erste Auto, das im Normzyklus mit weniger als drei Litern auf 100 Kilometern unterwegs war, kaum jemand. Weil die Ingenieure das Gewicht mit sehr teuren Materialien wie Magnesium senken mussten, um den Verbrauch zu drücken, war der Preis für das Sparmobil den meisten Kunden zu hoch. Und komfortabel war der kleine Dreizylinder-Diesel mit seinem automatisierten Schaltgetriebe und der Start-Stopp-Automatik auch nicht. Nur rund 30.000 Überzeugungstäter entschieden sich während der gut fünf Jahre Produktionszeit für den Öko-Lupo, bevor VW im letzten Jahr die Bänder stoppte.

Jetzt nehmen die Wolfsburger einen neuen Anlauf und versuchen es eine Klasse höher noch einmal: Auf dem Genfer Salon (2. bis 12. März) gibt in dieser Woche der "sparsamste Polo aller Zeiten" sein Debüt. Er trägt den Beinamen "Bluemotion" und soll noch in diesem Sommer auf den Markt kommen. Zwar ist er mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,9 Litern Diesel nicht ganz so genügsam wie der frühere Drei-Liter-Lupo. Doch spart man gegenüber einem normalen Polo immerhin einen halben Liter ein und muss dabei laut VW auf nichts verzichten. Denn das neue Modell sei mit 80 PS (59 kW), so lassen die Wolfsburger verlautbaren, "keineswegs weniger agil als ein 'konventioneller' Polo" - wenngleich es zu den Fahrleistungen noch keine konkreten Angaben gibt.

Allerdings scheint VW aus den Erfahrungen mit dem Lupo gelernt zu haben. Statt tief in die Struktur einzugreifen und jede einzelne Schraube auf den Prüfstand zu stellen, haben die Entwickler diesmal den Verbrauch mit relativ einfachen Mitteln gesenkt. So wurde die Übersetzung des Fünfgang-Schaltgetriebes etwas länger, der 1,4 Liter große Dreizylinder-Selbstzünder wurde nur im Detail optimiert, und die Karosserie wurde zu Gunsten des Luftwiderstandes ein wenig geglättet, was insbesondere an der neuen Maske vor dem Kühler zu erkennen ist. Zwar gibt es für den "Bluemotion" noch keinen Preis, doch kann der Unterschied angesichts des technischen Minimalprogramms kaum so groß ausfallen wie seinerzeit beim Drei-Liter-Lupo.

Allerdings bleibt der Polo aus der blauen Stunde kein Einzelstück. Vielmehr steht er für VW am Beginn einer Nachhaltigkeitsinitiative, die nicht nur Verbrauch und Emission der Autos, sondern das ganze Unternehmen einschließt. Dennoch wird man die Besinnung auf die schützenswerten Elemente Luft und Wasser, die von der VW-Farbe "Blue" verkörpert werden, und die in die Zukunft gerichtete Mobilität, die sich hinter "Motion" verbergen soll, am ehesten bei den Produkten erkennen: Dort soll künftig die jeweils sparsamste Variante einer Baureihe den "Bluemotion"-Sticker am Heckdeckel tragen.

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