Wasserstoff-Mini Das Zauberwort heißt "kryogen"
Wie SPIEGEL ONLINE berichtete, hat BMW einen Rückruf gestartet, weil es beim Betanken des Mini am Einfüllstutzen zu Funkenbildung kommen und damit eine Explosionsgefahr bestehen könnte. Bei BMW in München heißt es, von diesem Risiko seien insgesamt 7000 Fahrzeuge betroffen, von denen aber lediglich 500 an Kunden in Großbritannien ausgeliefert wurden.
Die übrigen 6500 Autos mit diesem Problem sind in noch in Händen des Konzerns: als Vorführwagen, Ausstellungsstücke oder für PR-Aktionen. Eine Umrüstung dieser Autos mit einem Massekabel ist nach Angaben einer Mini-Sprecherin "ein kleiner Akt", der ohne Probleme erledigt werden könne. Seit letzter Woche werden die Massekabel am Einfüllstutzen serienmäßig installiert, vom eigentlichen Rückruf seien also mithin lediglich 500 Fahrzeuge betroffen. Die Markteinführung in Deutschland am 8. September finde wie geplant statt.
Und auch auf den IAA-Auftritt des Mini hat die Panne keinen Einfluss. BMW zeigt den Kleinwagen als Saubermännchen: nämlich mit einem Verbrennungsmotor ohne CO2-Emissionen. Der Vierzylinder unter der Haube ist für eine so genannte kryogene Gemischbildung ausgelegt. Das bedeutet, dass flüssiger und damit extrem kalter Wasserstoff in die Zylinder gespritzt wird. Durch den kühlen Treibstoff wird die Zylinderfüllung vergrößert und parallel dazu die Motorleistung und der Wirkungsgrad. BMW traut dem Wasserstoffmotor im Mini-Prototypen deshalb zu, das gleiche Leistungs- und Verbrauchsniveau zu erreichen wie heutige Benzinmotoren.
Der Wasserstofftank sitzt unter den hinteren Sitzen und ist erstmals nicht zylindrisch geformt, sondern passt sich dem Hohlraum unter der Rückbank an. Damit steht im Wasserstoff-Mini für Passagiere und Gepäck ebenso viel Platz zur Verfügung wie im Mini mit Benzinmotor.