"Werner - Das Rennen" Donki fordert die Dolmette
Hannover - Er habe sich mit seinem 600 Kilogramm leichten und von 350 PS angetriebenen Donkervoort D8 angeboten, um dem Feldmannschen "Kettensägenvehikel zu zeigen, wie die Maus von hinten aussieht", sagte der Cartoonist Uli Stein, dessen erfolgreichste Figur eine graue Maus mit schwarzer Knubbelnase ist. Feldmann sucht für "Werner - Das Rennen 2004" vom 3. bis 5. September auf dem Eurospeedway Lausitz bei Cottbus immer noch einen prominenten Gegner mit einem Ferrari, der gegen seine 170 PS starke "Dolmette" antritt.
Doch in Anbetracht des PS-starken Herausforderers kneift Feldmann. Die Veranstalter hätten Stein abgesagt, teilte das Management von Stein in der Wedemark bei Hannover mit. Eine Bestätigung der Veranstalter gab es am Freitag nicht. Deutschlands erfolgreichster Cartoonist Stein gibt sich beleidigt: "Na, dann sollen sie mal weiter nach einem behäbigen Ferrari suchen, damit sie das Rennen endlich mal gewinnen."
Bereits vor 16 Jahren hatte Feldmann das Nachsehen. Der Erfinder der Comic-Figur "Werner" trug die legendäre Wettfahrt auf einer viermotorigen Horex gegen den Porsche seines Kumpels Holgi aus - und verlor. 250.000 Zuschauer wurden damals Zeugen der Niederlage. Für die diesjährige "äbsolute Megapaadie" wird ein Besitzer eines außergewöhnlichen Fahrzeugs gesucht, der zudem scharf darauf ist, als Preis "kistenweise Bölkstoff" zu gewinnen.
Für seinen neuen Versuch hat sich der Comiczeichner zusammen mit seinem Bruder Andi, der auch in den Werner-Comics regelmäßig auftaucht, ein fast vier Meter langes Motorrad zusammengebaut. Angetrieben wird es von 24 Dolmar-Kettensägen-Motoren. Sie verleihen der danach benannten "Dolmette" bei bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute zugleich einen Höllensound von mehr als 130 Dezibel. Die Lärmentwicklung der Metall gewordenen Zeichnerphantasie beschreiben die Bastler als "totales Inferno". Ein Entwickler der Firma Dolmar sagt: "Die Maschine ist lauter als ein Airbus."
Auch der abgewiesene Herausforderer Stein hat ein besonderes Vehikel vorzuweisen. Der Donkervoort D8 ist ein uriger, spartanisch ausgestatteter Zweisitzer mit Kunststoffkarosserie im Stile des Lotus Seven und das aktuelle Modell des holländischen Autobauers Joop Donkervoort aus Leylstad. Steins "Donki", wie der hüfthohe Einbaum auch liebevoll genannt wird, ist 350 Zentimeter lang, 176,5 Zentimeter breit und 110 Zentimeter hoch. Das leichte Gefährt katapultiert sich in 3,5 Sekunden auf Tempo 100. Anscheinend zu schnell für Brösels Höllenmaschine.