Yes Roadster: Sachsen-Power - DER SPIEGEL
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Yes Roadster Sachsen-Power

Gebaut werden die Yes Roadster in Großenhain bei Dresden, die Weltpremiere des neuen Modells findet auf der AMI in Leipzig statt. Das sächsische Debüt veredelt die Messe, die im Wesentlichen eine Wiederholung des Genfer Autosalons ist.
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Der Yes Roadster gehört zu den sportlichsten, puristischsten Autos, die in Deutschland gebaut werden. Eine Fahrmaschine, von der bislang gut 150 Exemplare gefertigt wurden und die dem Unternehmen Funke & Will AG im Sommer 2004 den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie "Aufsteiger" einbrachte. Jetzt drehen die Aufsteiger die Sportlichkeits-Schraube noch eine Umdrehung weiter: Auf der AMI in Leipzig (1. bis 9. April) feiert die zweite Generation des Yes Roadsters ihre Weltpremiere.

Die Geschichte der Marke - Yes steht für young engineers sportscar - reicht erst zehn Jahre zurück. Damals reichten die beiden heutigen Unternehmensvorstände Herbert Funke und Philipp Will an der Fachhochschule Köln einen Aluminium-Space-Frame als Diplomarbeit ein. Sie erhielten nicht nur ausgezeichnete Noten dafür, sondern erkannten, dass in dieser Konstruktion mehr steckte als ein bloßes Modell zur Erlangung eines akademischen Titels. In der Folge entstand, gemeinsam mit dem Designer Oliver Schweizer, der Roadster Prototyp Yes.

Gefertigt wird das Auto nun seit einigen Jahren in einem ehemaligen Flugzeughangar in Großenhain bei Dresden. Bei den Roadstern handelt sich um Maßanfertigungen, die vom Pedalwinkel bis zum Schalensitz dem künftigen Besitzern angepasst werden. Zwischen 12 und 16 Wochen dauert der Bau eines Roadsters, der von einem aufgemotzten VW-Motor mit 286 PS angetrieben wird. "Dieses Auto wird noch mindestens bis Ende des Jahres weitergebaut", sagt Firmensprecher Arnd Sünner.

Der neue Roadster, der jetzt in Leipzig debütiert, wird noch etwas üppiger motorisiert sein. Abermals sind es Motoren aus dem Volkswagen-Konzern, die zum Einsatz kommen, und zwar 3,2-Liter-Sechszylinder-Aggregate mit 255 PS in der Saugversion und 355 PS in der Variante mit Turbolader. Ab Mai sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden, deren wichtigste Neuerung aber gar nicht der Antrieb oder das Design sein wird, sondern die Ausstattung.

Erstmals nämlich gibt es den Yes Roadster in der zweiten Generation mit Airbags für Fahrer und Beifahrer, denn bislang fiel selbst dieses Sicherheitsminimum der Purismus-Philosophie der Autobauer zum Opfer. Mit dem neuen Modell aber soll auch der US-Markt beackert werden - und da sind Airbags unverzichtbar, denn bei Crashtests müssen unangeschnallte Dummys die Belastungsgrenzwerte einhalten. Ansonsten aber bleibt es beim Konzept der "pure driving pleasure", die das sächsische Unternehmen pflegen und ausbauen möchte.

Und so wiegt auch die neue Variante des Yes Roadster unter 1000 Kilogramm, was den Wagen extrem spurtstark und agil macht. Für die Turboversion des Neuen gibt der Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von 281 km/h und ein Sprintvermögen von 0 auf Tempo 100 in 3,9 Sekunden an. Damit enteilt der nur 3,80 Meter lange Yes Roadster auch den allermeisten Porsche-Modellen beim Ampelstart. Das gelingt nicht vielen Autos, schon gar nicht zu einem Preis ab 59.900 Euro, denn Sünner für die etwas zahmere Version des neuen Autos nennt. Womöglich werden schon in Leipzig erste Kaufverträge unterschrieben - die neuen Airbags würden dabei wohl helfen.