Zündschlüssel mit Diamanten: Glitzerndes Statussymbol - DER SPIEGEL
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Zündschlüssel mit Diamanten Glitzerndes Statussymbol

Der Oberschicht geht es noch immer prima. Sonst käme Alexander Amosu wohl kaum auf die Idee, Zündschlüssel mit Diamanten zu besetzen. Nachdem Prominente zuerst verrückt waren nach Amosus Mobiltelefonen mit Diamanten, werden nun die Autoschlüssel hochkarätig veredelt.
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Mein Haus, mein Swimmingpool, mein Auto: Bei diesem Imponierspiel an der Bar von Hotspots sehen die Besitzer von Luxuslimousinen und Supersportwagen bisweilen ziemlich blass aus. Denn so teuer ihre Nobelkarosse auch gewesen sein mag: Seit Lamborghini, Ferrari und Bentley unter das Dach von Großkonzernen gerückt sind, wirken zumindest die Schlüssel zu den Nobelhobeln fad und schnöde. Wäre nicht das Stierlogo auf dem Gehäuse, könnte man den Gallardo-Schlüssel fast mit dem eines Audi A4 verwechseln; ob der Schlüssel zu Bentley Continental oder VW Phaeton gehört, sehen nur Kenner und wer kräftig am Lederüberzug des Aston-Martin-Vantage-Schlüssel reibt, kann darunter laut Internet-Berichten erboster Kunden einen Volvo-Schriftzug freirubbeln.

Gegen einen größeren Obolus kann man sich solche Peinlichkeiten ersparen und den Schlüssel für den Luxusliner wieder selbstbewusst zücken. Möglich macht das der britische Selfmade-Millionär Alexander Amosu, der für Stars und Sternchen bislang Mobiltelefone, Digitalkameras und MP3-Player mit Goldschalen und Diamantenbesatz veredelte und nun auch die Gehäuse der Zündschlüssel als Spielwiese entdeckt hat. "Was bringt mir ein Luxusauto, wenn man den Wert des Wagens nicht gleich am Schlüssel erkennen kann", fragt der Unternehmer, der aus einfachen Verhältnissen stammt, mit Handy-Klingeltönen ein Vermögen machte und mit den sündhaft teuren Glitzer-Gadgets zum Hoflieferanten des Jetsets aufgestiegen ist.

Damit wirklich keiner mehr am Wert eines Bentley Continental oder Arnage zweifelt, legen Amosus Juweliere nun das Markenlogo zum Preis von 5000 Pfund mit mehr als 100 winzigen Diamanten aus, so dass der Schlüssel glitzert und funkelt, als wäre er selbst ein Edelstein. Zusammen kommen die Steine rund um das geflügelte B auf 1,09 Karat und damit auf das Niveau eines Verlobungs- oder Hochzeitsrings. Natürlich gibt es den Schlüsselschmuck nicht nur für Bentley. Auf Wunsch belegen die Experten für den schönen Schein auch die Schlüsselgehäuse von Ferrari, Lamborghini oder Mercedes. Und wenn die Entlohnung stimmt, wird wohl auch ein Renault- oder Ford-Schlüssel aufgehübscht.

Vier Wochen dauert das Anbringen des Diamantschmucks

Das Geschäftsmodell ist schlicht: Die Kunden ordern erst beim Hersteller neue Schlüssel und senden diese dann an Amosu Luxury Ltd. in London. Dort wird der Schließer dann binnen etwa vier Wochen zum Schmuckstück aufgedonnert und geht retour. Bislang wurden bereits zwölf Autobesitzer derart beglückt, teilt Firmensprecher Alberto D'Silve mit, und eine Handvoll weiterer Schlüssel seien gerade in der Bearbeitung.

Natürlich ist der Diamantenbesatz am Schlüsselbund albern und extrovertiert – zumal er fast so viel kostet wie manch ein Kleinwagen. Doch es geht offenbar noch abgedrehter. Das hat etwa die kanadische Niederlassung von Mercedes-Benz bewiesen, die im vergangenen Jahr in der Accessoirekollektion einen Schlüsselanhänger aus massivem Platin feilgebot. Stückpreis: 22.239,99 kanadische Dollar. Für sparsame Besserverdiener gab es ein vergleichbares Schmuckstück für ein Drittel des Preises aus Gold. Mittlerweile wurden beide Schlüsselanhänger wieder aus dem Angebot genommen. Allerdings bleibt offen, ob Mercedes der Nachschub oder den Kunden das Geld ausgegangen ist.

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