Zukunft des Autos: Das Lenkrad bleibt - DER SPIEGEL
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Zukunft des Autos Das Lenkrad bleibt

Was wurde zur Jahrtausendwende nicht alles gemutmaßt und prophezeit. Jetzt, da sich die Millenniums-Manie gelegt hat, kann wieder etwas gelassener in die Zukunft geblickt werden. BMW-Entwicklungschef Wolfgang Ziebart hat das getan.
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Schon von Berufs wegen muss Ziebart optimistisch nach vorne schauen - immerhin warf BMW auf der letzten IAA mit dem Z9 Gran Turismo einen recht gewagten Blick in die Zukunft. Also zweifelt der Manager auch nicht an der weiteren Daseinsberechtigung des Automobils: Im Jahr 2020, so seine Einschätzung, "werden wir unsere Mobilität wie heute zu einem wesentlichen Teil mit dem Auto erledigen".

Allerdings, glaubt Ziebart, werden sich die Fahrzeuge der Zukunft noch stärker voneinander unterscheiden, als sie das jetzt schon tun: "Ich erwarte einen höheren Anteil an Cabriolets, Roadstern, Vans, Minivans oder auf spezifische Aktivitäten zugeschnittene Automobile." Und die werden noch stärker nach den Prinzipien des Leichtbaus hergestellt sein. Vor allem bei Kunststoffen und Verbundmaterialien sieht der BMW-Entwicklungschef das größte Potenzial für künftige "intelligente Materialien".

Natürlich wird, so Ziebart, auch der Umweltschutz in 20 Jahren eine erhebliche Rolle spielen: "Wasserstoff-Fahrzeuge werden im Jahr 2020 bereits etabliert sein und einen beträchtlichen Anteil der Autos auf unseren Straßen ausmachen." Auf einen Durchbruch für die alternativen Technologien - Achtung, Erdöllobby - will sich der BMW-Mann aber nicht festlegen lassen: "Die meisten Automobile werden aber auch dann noch mit Verbrennungsmotoren fahren, die mit Benzin, Diesel oder Erdgas betrieben werden."

Auch das Problem der Staus oder der verstopften Innenstädte wird 2020 noch längst nicht gelöst sein, glaubt der BMW-Entwicklungschef. Immerhin, so hofft Ziebart, werde "die Wartezeit in Staus nicht dramatisch ansteigen". Eine bessere Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel soll die gröbsten Auswüchse eindämmen helfen.

Dass wir in Zukunft unserem Auto per Sprachsteuerung nur noch das Fahrtziel angeben und uns ansonsten entspannt in die Sitze lümmeln, bestreitet Ziebart vehement. "Das automatische Fahren wird sich nicht realisieren lassen. Der Grund liegt darin, dass der Mensch sehr viel zuverlässiger im Erkennen und Auswerten komplexer Situationen ist als rechnergestützte Systeme."

Fazit: Die automobile Entwicklung wird gemächlich vorangehen ­ eher Stop-and-go als Autobahn. Und für Zukunftsskeptiker hat Ziebart noch einen Trost: "Neue Autos werden nach wie vor noch vier Räder und ein Lenkrad haben."

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