Audi TT Roadster Runde Sache
Ob sich ein Fahrbericht über den TT schreiben lässt, ohne das Wort "Spoiler" zu verwenden? Also nicht. Aber warum auch: Ja, der rundliche Flitzer aus Ingolstadt fährt seit einiger Zeit mit einem nicht gerade dezenter Heckspoiler durch die Gegend. Ja, nach mehreren Unfällen sah sich Audi genötigt, den Roadster mit dem Stabilitätsprogramm ESP nachzurüsten. Ja, die bayerischen Autobauer haben sich beim TT-Krisenmanagement nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Doch Schluss damit. Freitagnachmittag - den Laptop in die Ecke gestellt, den Schlips im Wäschekorb versenkt und das Sakko an den Hacken gehängt: Der TT Roadster ist das passende Auto für den designbewussten Yuppie, der am Wochenende standesbewusst durch die Gegend brausen will: flott, mit einem Hauch von Komfort, vor allem aber auffällig. Denn auch wenn sich der TT mittlerweile im Straßenbild etabliert hat, zumindest als Roadster zieht er noch immer die Blicke auf sich.
Das liegt mehr am Design denn an röhrenden Motoren. Der TT mag vielleicht als echter Sportwagen konzipiert worden sein, man merkt ihm immer an, dass er aus der Ingolstädter Autoschmiede kommt. Und die stand bislang in dem Ruf, eher ruhige Familienkutschen denn aufregende Renner zu bauen.
Entsprechend gutmütig, um nicht zu sagen zahm, präsentiert sich der 180 PS-Motor im schwächeren der beiden TT Roadster. Die Leistung des Großserientriebwerks ist zwar durchaus sportlich, aber nicht wirklich bissig, schon gar nicht aggressiv.
Das hart abgestimmte Fahrwerk dagegen kann überzeugen. Ohne unangenehm aufzufallen, eignet es sich hervorragend als Detektor für Straßenschäden jeglicher Art. Der permanente Allradantrieb spielt seine Stärken erst im Nassen richtig aus.
Fahrspaß ist das eine. Für Audi-TT-Käufer dürfte er aber eher eine leicht untergeordnete Rolle spielen. Sie wollen im Mittelpunkt stehen. Zwar ist die offene Karosse nicht ganz so elegant geschwungen wie das Coupé, die Formen des TT Roadsters sind aber immer noch aufregend - dafür sorgen nicht zuletzt die kecken Überrollbügel.
Wer einen Audi TT fährt, darf runden Formen gegenüber nicht abgeneigt sein. Das ausgefeilte Design fängt bei den Kotflügeln an und setzt sich nahtlos im Innenraum fort. Egal ob Türöffner, Lüftungsauslässe oder Schaltknauf: Überall dominiert rundliches Aluminium.
| Hersteller: | Audi |
|---|---|
| Typ: | TT Roadster 1.8 T quattro |
| Karosserie: | Cabrio/Roadster |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.781 ccm |
| Leistung PS: | 180 PS |
| Leistung kW: | 132 kW |
| Drehmoment: | 235 Nm |
| Von 0 auf 100: | 8,2 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 220 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 9,5 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 225 g/km |
| Kraftstoff: | Super Plus bleifrei |
| Kofferraum: | 180 Liter |
| Versicherung (HP): | 13 € |
| Versicherung (TK): | 32 € |
| Versicherung (VK): | 19 € |
| Preis: | 33.000 € |
Bisweilen geht die Alu-Manie sogar soweit, dass die Ergonomie darunter leidet: So verschwindet das Radio zwar hinter einer schicken Abdeckung, die beim Ändern der Lautstärke oder beim Senderwechsel aber auf die Dauer stört. Ein Multifunktionslenkrad würde hier gute Dienste leisten.
Wie ein Schlauch zieht sich die Lüftung durch die auf nobel getrimmte Plastikwüste des Innenraums. Die Instrumente sind übersichtlich - trotz viel digitalem Schnickschnack. Auf Wunsch zeigt der Bordcomputer beispielsweise den derzeitigen Verbrauch an. Bei Schwankungen zwischen 38,3 und 3,7 Litern auf 100 Kilometern ist das nicht viel mehr als eine Spielerei.
Für Cabrio-Fahrer, die den Ellbogen gern lässig aus dem Wagen hängen lassen, ist der TT nicht gemacht: Die hohe Gürtellinie lässt den Fahrer tief im Wagen verschwinden. Dafür überrascht der Roadster mit erstaunlich viel Kopffreiheit und genügend Platz.
Einfallsreichtum haben die Audi-Ingenieure auch bei der Entwicklung des gläsernen Windschotts bewiesen, das auf Knopfdruck hinter den Kopfstützen hochfährt. Und gute Dienste leistet: Selbst bei 220 km/h und geschlossenen Scheiben bläst der Fahrtwind im Audi-Aquarium nicht allzu unangenehm.
Sollte das Wetter einmal zu schlecht werden, ist das exakt sitzende Stoffverdeck innerhalb von 20 Sekunden geschlossen. Beim Öffnen kann der zentrale Hebel über dem Rückspiegel zwar manchmal etwas klemmen, dann gleitet das Verdeck aber problemlos nach hinten. Ein elektrisches Verdeck kann beim TT getrost unter der Rubrik überflüssig eingestuft werden. Viel nerviger ist da schon die Persenning, die mühsam über dem Verdeckkasten montiert werden muss.
Der Kofferraum bietet ausreichend Platz - zumindest für die Persenning. Ansonsten passt höchstens noch eine Sporttasche in den 180 Liter kleinen Stauraum. Dafür hat Audi eine pfiffige Idee entwickelt, wie das Gepäckabteil möglichst einfach geöffnet werden kann: Mittlerweile sorgt ein nicht gerade dezenter Spoiler für den richtigen Angriffspunkt - mit Sicherheit.
Bildergalerie: Ein wohlgeformter Körper
Stenogramm:
Der TT-Test auf einen Blick