BMW 645 Cabrio: Luftiger Sechs-Appeal - DER SPIEGEL
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BMW 645 Cabrio Luftiger Sechs-Appeal

Okay, unter freiem Himmel fahren bei minus fünf Grad Celsius macht nicht wirklich Spaß. Und doch wird einem am Lenkrad des neuen BMW 645 Ci Cabrio schnell warm ums Herz. Denn der offene Sechser verführt mit Perfektion und Fahrspaß.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Warum die Münchener ihr neues Luxus-Cabrio für Fahrerprobungen ausgerechnet im Februar im verschneiten Oberbayern präsentieren, werden sie wohl nur selber wissen. Tatsache ist, dass der Wagen schon Ende März beim Händler steht. Und die sollen schon sehnsüchtig darauf warten. "Wir haben schon reichlich Anfragen und Vorbestellungen", sagt Friedbert Holz, bei BMW für die Tuningmarke M GmbH und die 6er-Baureihe zuständig. Was bei einem 80.000 Euro teuren Auto schon ein wenig überrascht. Im Vergleich zur Coupé-Version, die bereits seit Januar ausgeliefert wird, sind das noch einmal 8000 Euro mehr, die der Kunde für das vollautomatisch versenkbare Stoffverdeck bezahlen muss.

Hersteller:BMW
Typ:645 Ci Cabrio
Karosserie:Cabrio/Roadster
Motor:V8-Benziner
Hubraum:4.398 ccm
Leistung PS:333 PS
Leistung kW:245 kW
Drehmoment:450 Nm
Von 0 auf 100:6,1 Sek.
Höchstgeschw.:250 km/h
Verbrauch (ECE):12,8 Liter
CO2-Ausstoß:303 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:300 Liter
Versicherung (HP):19 €
Versicherung (TK):30 €
Versicherung (VK):28 €
Preis:80.000 €

Doch das Softtop mit den textilen C-Säulen "Finnen" genannt, ist jeden Cent wert. Sie verleiht dem geschlossenen Cabrio nicht nur eine ansehnliche Statur, die sich kaum von der des Coupés unterscheidet. Die Stoffmütze erfüllt ihren Zweck ebenso gut wie die modischen Stahl-Klappdächer. Die neu entwickelte PUR-Schaumschicht zwischen Außenplane und Innenhimmel hält den lederbezogenen Innenraum warm und wohnlich, nichts klappert oder knarzt. Selbst bei Tempo 200 lässt es sich ohne Anstrengung mit dem Nachbarn plaudern. Hinzu kommt, dass die großflächige Bespannung sehr viel leichter ist als ein klappbares Stahldach und nicht den Kofferraum "frisst". So stehen unter der Heckklappe 300 Liter Gepäckvolumen, im geschlossenen Zustand sogar 350 Liter zur Verfügung.

Und auch die Bedienung per Knopfdruck ist ebenso einfach wie bei den stählernen Zeitgenossen. Nach gestoppten 22 Sekunden sitzt man im Freien - und friert, wie in unserem Fall. Doch wenn draußen nicht gerade Minusgrade herrschen, sitzt es sich hinter der großen Frontscheibe und eingerahmt von den aufgestellten Seiten ausreichend windgeschützt. Die beheizbare Heckscheibe, die beim Zurückklappen des Verdecks stehen bleibt, wirkt wie ein kleines Windschott. Ein ausgewachsenes ist selbstverständlich auch zu bekommen - gegen 300 Euro Aufpreis. Damit werden zwar die beiden Fondplätze blockiert. Doch die kann man Erwachsenen eh nicht für längere Strecken zumuten. Wie schon im Coupé ist der Platz hier sehr beengt, von Beinfreiheit gar nicht zu reden

Technisch ist das Cabrio mit dem Coupé identisch. Unter der langen Motorhaube arbeitet derselbe 4,4-Liter-V8 mit 333 PS (245 kW), der mit 450 Newtonmeter seine Kraft souverän und sicher auf die Straße bringt. Laut BMW braucht das Triebwerk dafür im Schnitt 11,7 Liter auf 100 Kilometer, unser Bordcomputer zeigte 15,8 Liter. Übertragen wird die Leistung serienmäßig von einem gewohnt präzise schaltenden Sechsganggetriebe. Für 2000 Euro zusätzlich geht das Ganze auch automatisch oder sequenziell (MSG) über Schaltpaddel am Lenkrad (1250 Euro).

Auch sämtliche Sicherheit- und Komfortfeatures wurden aus dem Coupé ins Cabrio verpflanzt. Allerdings ebenso die Aufpreise für technische Highlights wie Aktivlenkung (1000 Euro), Kurvenlicht (600 Euro) oder Head-up-Display (1300 Euro). Und auch für den unverzichtbaren Parkpiloten müssen noch einmal 650 Euro hingelegt werden.