BMW 750hL: Nuckeln am Auspuff - DER SPIEGEL
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BMW 750hL Nuckeln am Auspuff

Der BMW-Slogan "Freude am Fahren" soll nach Ansicht der Münchener bloß nicht durch den Zwang zum Sparen oder die Notwendigkeit der Schadstoffminimierung getrübt werden. Deshalb verfeuert der 750 hL den Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Anders als manche Konkurrenten wie zum Beispiel Mercedes, die die Brennstoffzelle als Antriebskonzept der Zukunft favorisieren, setzt BMW auf den Verbrennungsmotor, der allerdings mit Wasserstoff gespeist werden soll. 18 solcher Fahrzeuge haben die Münchner bereits gebaut, drei davon wurden bei Crashtests zerlegt.

Der Rest der Wasserstoff-Flotte war bei der Expo im Einsatz und tourt jetzt als Wasserstoff-Werbeträger um die Welt. BMW setzt auf leicht modifizierte Verbrennungsmotoren, weil die Technik verfügbar, leichter beherrschbar und zudem wesentlich billiger ist als bei einer Brennstoffzelle. Zudem gewährt, das zu betonen wird BMW nicht müde, der Wasserstoff-Verbrennungsmotor die gewohnte "Freude am Fahren".

Tatsächlich müssen mit einem BMW 750 hL kaum Abstriche gegenüber der normalen, benzingetriebenen Limousine gemacht werden. Der V12-Zylindermotor mit 5,4 Liter Hubraum leistet 202 PS (150 kW), wuchtet das stattliche Auto in 9,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und beschleunigt den Wagen auf bis zu 226 Stundenkilometer.

Dennoch quillt aus den beiden Auspuffrohren nichts als Wasserdampf. In einem Werbefilm für den Wagen tummelt sich ein Eichhörnchen unter der Auspufföffnung, während der Motor läuft. Beinahe sieht es so aus, als würde das Tier sogar daran nuckeln.

Bei der Mitfahrgelegenheit im 750 hL wird deutlich: Der Wagen ist flott, leise und ebenso üppig ausgestattet wie jede andere Limousine dieser Baureihe. Wasserstoff-Autos müssen also keine kargen Mangelmobile sein. Lediglich an Reichweite fehlt es dem Wagen noch etwas: Der Wasserstofftank fasst 140 Liter, was im Schnitt für 350 Kilometer reicht.

Danach kann auf Benzinversorgung umgeschaltet werden. Dank eines 95-Liter-Sprittanks kommt das Auto dann noch mal 600 Kilometer weiter. Das wird noch einige Jahre dringend nötig sein. In Deutschland sind öffentliche Wasserstoff-Tankstellen derzeit erst in München und Hamburg zu finden.