Cabrio-Neuheiten Luftige Zukunft
Hamburg - Dabei handelt es sich nicht nur um Nachfolger bestehender Modelle, sondern auch um vollkommen neue Alternativen für alle jene, die im Sommer der Sonne gerne besonders nahe sind.
Das populärste Zukunftskonzept ist vermutlich der Smart Roadster, dessen Markteinführung für 2003 versprochen ist. Doch als Winzling unter den Zweisitzern bleibt er nicht lange allein: Auch Suzuki hat bereits durchblicken lassen, dass es demnächst wieder einen kleinen Luftikus im Stil des hier nur als Grauimport bekannten C2 geben könnte.
Am anderen Ende des Segments tut sich ebenfalls einiges. So hat Jaguar auf der Detroit-Motor-Show die Serienproduktion des F-Type versprochen und setzt damit dem legendären E-Type bis 2003 ein rollendes Denkmal. Auf die gleiche Klientel zielen Maserati mit einer offenen Version des GT 3200 und Mercedes mit der Neuauflage des legendären SL, der zur IAA angekündigt ist.
Noch sportlicher gibt sich der Carrera GT von Porsche, dessen Weg von der Studie zur Serie schon fast gesichert scheint. Und weil ein kraftstrotzender Roadster aus Stuttgart offensichtlich nicht genug ist, könnte Mercedes versucht sein, den SLR - wie auf vielen Messen schon gezeigt - auch als Roadster aufzulegen.
Zwischen diesen extremen Positionen bleibt ausreichend Platz für weitere Modelle ohne festes Dach. So wird es in zwei bis drei Jahren aus Italien Nachfolger für die Fiat Barchetta und den Alfa Spider geben. Aus Frankreich wartet man auf einen offenen Zweisitzer von Peugeot, in England steht wohl eine Überarbeitung des MG F an und auch in Deutschland werden wohl noch mehr Hersteller auf den Zug der Zeit aufspringen. So halten sich hartnäckig die Gerüchte über einen Spider auf Basis des VW Polo und eine offene Version des Ford-Puma-Nachfolgers.
Aber auch wer die Reise in der Kleingruppe der trauten Zweisamkeit vorzieht, muss sich in den nächsten Jahren nicht mit Altbekanntem begnügen. Denn trotz aller Vorliebe für die sportlichen Roadster, Speedster und Spider wird es auch weiterhin klassische Cabrios mit vier Sitzen geben.
Am unteren Ende der Größen-Skala tüftelt BMW angeblich an einer Open-Air-Version des Mini, die gegen eine mögliche Neuauflage des Fiat Punto Cabrio antreten könnte. In der Mittelklasse warten die Fans auf den offenen Beetle, einen Nachfolger für das Ford Escort Cabrio, die nächste Generation des offenen Golf und eine Frischluft-Variante des Peugeot 307, mit der angeblich schon in zwei Jahren zu rechnen ist.
Der gleiche Zeithorizont gilt in der Klasse darüber für das Audi Cabrio und den Nachfolger des offenen Saab 9-3. Bis dahin könnte dann sogar schon bei Mercedes der nächste CLK und bei BMW das erste Facelift für den offenen 3er fällig sein. Außerdem sollte dann längst die Entscheidung gefallen sein, ob es den neuen Ford Thunderbird als eines der schönsten Cabrios am Markt auch in Deutschland geben wird.
Dazu munkelt man schon geraume Zeit über einen offenen Seat sowie ein Cabrio aus Korea. Und dann geistert da ja seit Jahren auch noch der luftige Proton 300 durch die Gazetten, der seinen Weg von Malaysia nach Europa aber noch immer nicht gefunden hat.
Nur in der absoluten Oberklasse müssen sich Frischluftfreunde wohl noch etwas gedulden. Denn dass bei BMW schon an einen Nachfolger für das Corniche Cabrio von Rolls-Royce gedacht wird, ist angesichts des immensen Entwicklungsaufwandes für eine neue Limousine eher unwahrscheinlich. Auch den neuen Vanquish von Aston Martin wird es wohl vorerst nur mit massivem Stahldach geben.
Thomas Geiger, gms