Chrysler Crossfire: Jetzt erst recht - DER SPIEGEL
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Chrysler Crossfire Jetzt erst recht

Flucht nach vorne nennt man das wohl: Mitten in der seit Jahren ärgsten Absatzflaute tritt Chrysler das Gaspedal voll durch. So jedenfalls lässt sich die Vorstellung der Studie Crossfire bei der Motor Show in Detroit interpretieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Ich bin sicher, wenn wir dieses Auto bauen würden, es würde sofort zum Klassiker", sagt Trevor Creed aus der Design-Chefetage bei Chrysler. Doch so weit ist es noch lange nicht. Und selbst wenn es so wäre: Wer sollte den Wagen kaufen? Und zu welchem Preis?

Wie die meisten der so genannten Concept Cars setzt auch der Crossfire vor allem auf das Spiel mit Emotionen und Designelementen. Das zweisitzige Coupé, dessen Karbonfaser-Karosserie auf einem Aluminium-Rahmen sitzt, strahlt bullige Athletik aus.

Die lange Motorhaube und das wuchtige Heck, dem die Designer den Namen "Boat Tail" gaben, prägen einen alles andere als filigranen oder eleganten Gesamteindruck. Auffällig auch die Dragster-ähnliche Bereifung, denn an der Vorderachse sind 16-Zoll-, an der Hinterachse 21-Zoll-Räder montiert. Die Botschaft des Crossfire lautet eher: Hier steht ein Sportwagen, der vor Kraft kaum fahren kann.

Bewegt wird der heckgetriebene Wagen von einem 2,7 Liter großen V6-Kompressormotor, der 275 PS (205 kW) leistet und ein maximales Drehmoment von 366 Nm zur Verfügung stellt. Damit ist es möglich, aus dem Stand in 5,8 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen und bei voll durchgetretenem Gaspedal und im fünften Gang bis zu 238 km/h schnell zu fahren.

Der Crossfire greift, ebenso wie der Volvo ACC oder der VW Microbus, den neuen Lacktrend der Zweifarbigkeit auf. Die Karosserie ist in den Tönen "Sapphire Silver Pearl" und "Starbrite Silver" lackiert. Und im Innenraum wechseln sich Lederbespannungen in den Farben "Deep Sapphire Blue" und "Cedar Tan" ab. Dazu kommen zahlreiche Details aus gebürstetem Aluminium, wie etwa der Schaltknauf, der Handbremsgriff oder die manuell verstellbare Pedalerie.

Neu am Armaturenbrett ist das so genannte Evic, was ausgeschrieben "Electronic Vehicle Information Center" bedeutet. Das Display dieses Geräts ist vor dem Beifahrerplatz angebracht, so dass die dort erscheinenden Angaben über Beschleunigung, Fliehkräfte oder Rundenzeiten vor allem den Co-Piloten beeindrucken oder beängstigen werden.

Chrysler möchte den Crossfire unbedingt als Design-Rennwagen verstanden wissen. Zweifler sollen von der bereits erwähnten Sportpedalerie, den beiden elektrisch einstellbaren Rennsitzen und besonders von den beiden im Gepäckraum befindlichen Helm-Staufächern überzeugt werden. "Um endgültig klar zu machen, was die Berufung dieses Concept Cars ist", wie es in einer Chrysler-Mitteilung heißt. Sorry, aber endgültig klar ist eigentlich nur, dass der Crossfire Aufsehen erregen soll. Das wird dem Auto - allein schon wegen der Helmablagen - sicher gelingen.

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