Chrysler PT Cruiser Cabrio: Windiger Wortwechsel - DER SPIEGEL
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Chrysler PT Cruiser Cabrio Windiger Wortwechsel

Frühlingserwachen bei Chrysler. Acht neue Modelle und Modellvarianten wollen die Amerikaner in diesem Jahr auf den deutschen Markt bringen. Den Anfang macht am 27. März das PT Cruiser Cabrio.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Und die Amerikaner haben das "Henkelkörbchen" wieder entdeckt. Wie einst beim VW Golf spannt sich ein Blechbügel über die Köpfe der Insassen. Im PT Cruiser dient der aber nicht nur der Steifigkeit und der Sicherheit beim Überschlag. Er soll zugleich wie ein Windschott die Turbulenzen aus dem Innenraum fernhalten und die Windgeräusche minimieren. Denn ein Cabrio ist nach Auffassung des neuen Chrysler-Deutschland-Chefs Bernd Hullerum ein "soziales Fahrzeug", in dem sich die Passagiere "miteinander unterhalten wollen, ganz so als säßen sie rund um einen Küchentisch". Deshalb seien Frontscheibe und Seitenscheiben im Zusammenspiel mit dem Überrollbügel auch so konstruiert, dass sich "alle vier Passagiere auch bei geöffnetem Verdeck bis zu Tempo 100 noch mühelos unterhalten können".

Das ist natürlich Unsinn, wie wir bei den ersten Testfahrten feststellen mussten. Auf den hinteren Plätzen können zwar tatsächlich zwei Personen sehr bequem sitzen, von der Plauderrunde sind sie aber schon deshalb ausgeschlossen, weil sie ebenso damit beschäftigt sind, die Haare aus dem Gesicht zu zupfen, wie in jedem anderen viersitzigen Cabrio. Und selbst Fahrer und Beifahrer flattern die Hosenbeine, weil es über den Mitteltunnel ab 100 km/h ordentlich in den vorderen Fußraum bläst. Mitteilungsfreudig zeigt sich hingegen die Karosserie des PT Cruiser Cabrio.

Auf unebenem Belag, speziell bei Rissen und Schlaglöchern auf der Straße, knarzen die Seitenscheiben und poltert es bei geschlossenem Verdeck im Dachgebälk. Erst bei schnellerer Fahrt auf der Autobahn überzeugt das dreilagige Stoffverdeck mit seinen geringen Windgeräuschen. Auch ein Verdienst des so genannten Smart-Glas-Systems. Eine Automatik presst beim Schließen der Türen die Scheiben fest in die Dichtungen am Dach und senkt sie beim Öffnen wieder um zehn Millimeter ab. Ebenso automatisch und problemlos faltet sich das gesamte Dach zurück. Ein Dreh am mittig angebrachten Handgriff, ein Knopfdruck auf den Schalter im Armaturenbrett und nur zehn Sekunden später sitzt man im Freien. Ungleich länger dauert dann jedoch das Anbringen der vorgeschriebenen Persenning. Ein wenig Übung gehört schon dazu, die Abdeckung hinten einzuklemmen, um sie dann seitlich mit zwei Druckknöpfen zu befestigen.

Nun wird der Wagen seinem Namen gerecht und verführt zum entspannten American Way of Drive. Allerdings auch deshalb, weil der 2,4-Liter-Basisbenziner trotz seiner 152 PS (112 kW) kein Ausbund an Temperament ist. In der von uns gefahrenen Version 2.4 Limited raubte die nach wie vor träge schaltende Automatik (1400 Euro Aufpreis) dem Cabrio den letzten Anflug von Spritzigkeit. Doch zum Cruisen in der Stadt und über Land reicht es dafür allemal noch. Sportiver geht's im PT Cruiser GT Cabrio zur Sache. Ein Turbolader haucht dem Motor 223 PS (164 kW) ein und beschleunigt den Wagen in 7,6 Sekunden auf Tempo 100. Bei 200 km/h wird der Vortrieb allerdings schon wieder rüde abgewürgt. Die Chrysler-Ingenieure wollten lieber auf Nummer Sicher gehen, weil sie der Karosse wegen ihres hohen Aufbaus keine hohen Kurvengeschwindigkeiten zutrauen. Andererseits beschert eben diese üppig geformte Karosserie nicht nur entsprechende Platzverhältnisse und Beinfreiheit im Fond, sondern auch einen großen Gepäckraum. 210 Liter Volumen sind immerhin doppelt so viel wie im VW Beetle.

Hersteller:Chrysler
Typ:PT Cruiser Cabrio GT
Karosserie:Cabrio/Roadster
Motor:Vierzylinder-Turbobenziner
Hubraum:2.429 ccm
Leistung PS:223 PS
Leistung kW:164 kW
Drehmoment:332 Nm
Von 0 auf 100:7,6 Sek.
Höchstgeschw.:200 km/h
Verbrauch (ECE):9,9 Liter
CO2-Ausstoß:229 g/km
Kraftstoff:Superplus
Kofferraum:210 Liter
Preis:27.850 €

Klappt man die teilbare Rücksitzlehne komplett nach vorn, werden daraus sogar 317 Liter. Zur Variabilität tragen außerdem neun verschiedene Sitzkonfigurationen bei. Und auch der Komfort kommt im PT Cruiser Cabrio nicht zu kurz. Der Innenraum schwelgt in Leder und Luxus. Zur serienmäßigen Bordausrüstung aller Cruiser Cabrios zählen unter anderem elektrisch verstellbare Ledersitze, vorne mit klappbaren Armlehnen und beheizbaren Polstern und Lehnen, lederbezogene Innenverkleidung, wahlweise in zwei unterschiedlichen Farbkombinationen, Klima- und CD-Audioanlage, Tempomat, 16-Zoll-Alu-Felgen und Metallic-Lackierung. Die Preise dafür beginnen bei 24.850 Euro für die Version 2.4 Limited. Das GT Cruiser Cabrio, bis auf Turbomotor und 17-Zoll-Alu-Räder identisch, ist ab 27.850 Euro zu bekommen. Ein Navigationssystem mit großem Monitor kostet für beide Varianten 600 Euro.