Chrysler PT Cruiser CRD: Ami auf Abwegen - DER SPIEGEL
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Chrysler PT Cruiser CRD Ami auf Abwegen

Die Zusammensetzung scheint auf den ersten Blick abwegig: ein Amerikaner mit einem Dieselmotor unter der Haube. Doch der europäische Trend-Antrieb verleiht dem Chrysler PT Cruiser endlich die Dynamik, die von Anfang an besser zu Name und Design gepasst hätte.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bislang brachte der Retro-Chrysler mit seinem Gangster-Look vor allem die Leute auf der Straße zum Staunen. Den Menschen hinterm Lenkrad bereitete der Ami hingegen wenig Freude. Sowohl der aus dem Chrysler Neon entliehene Zwei-Liter-Benziner mit 140 PS als auch der nachgereichte 1,6-Liter-Vierzylinder mit 115 PS, mit dem auch der Mini fährt, haben mit dem schweren Wagen ihre Mühe.

Jetzt verhilft die schwäbische Schwester Mercedes dem Amerikaner zu neuer Kraft. Denn die Basis des Selbstzünders mit 2,2 Liter Hubraum und Common-Rail-Technik stammt aus dem Untertürkheimer Motorenregal und hat sich bereits in diversen Modellen der C- und E-Klasse bewährt.

Im PT Cruiser leistet das Triebwerk 121 PS und kann mit ähnlichen Qualitäten aufwarten wie die 200- und 220 CDI-Modelle. Besonders die satten 300 Newtonmeter, die schon bei 1600 Umdrehungen zur Verfügung stehen, verhelfen dem PT Cruiser CRD zu einem kräftigen Antritt und ansprechenden Durchzugsvermögen.

Nur knapp zwölf Sekunden vergehen für den Sprint aus dem Stand an die Hunderter-Marke und auch im Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h ist der CRD mit 12,7 Sekunden fast doppelt so schnell wie seine Benziner-Brüder. Vom Verbrauch gar nicht zu reden - auch wenn der im Testverbrauch mit 8,9 Liter im Schnitt zwei Liter höher lag als vom Hersteller angegeben.

Unverändert bleiben auch in der Dieselversion des PT Cruiser die ausreichenden Platzverhältnisse und die bequemen Sitze - zumindest für vier Personen, wobei vor allem auch die Fondpassagiere dank des höher gezogenen Hecks über gute Kopffreiheit verfügen.

Erleichtert wird hier außerdem der Einstieg durch die weit öffnenden Türen. Wird die Rückbank nach vorn geklappt, vergrößert sich das Ladevolumen von 521 auf bis zu 2150 Liter. Pfiffiges Detail ist die in der Höhe verstellbare Kofferraumabdeckung, die als Gepäckraumteiler oder Picknick-Ablage verwendet werden kann.

Mit der aufregenden äußeren Optik allerdings kann das Interieur-Design leider nicht mithalten. Das reichlich verbaute Plastik ist kein allzu schöner Anblick.

Das Cockpit hingegen mit den gut ablesbaren Rundinstrumenten ist funktionell gegliedert und gibt keine großartigen Rätsel auf. Allein die Hebel für die elektrischen Scheibenheber wünschte man sich dort, wo sie hingehören: an den Türinnenseiten und nicht in der Mitte des Armaturenträgers.

Hersteller:Chrysler
Typ:PT Cruiser 2.2 CRD
Karosserie:Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:2.148 ccm
Leistung PS:121 PS
Leistung kW:89 kW
Drehmoment:300 Nm
Von 0 auf 100:12,1 Sek.
Höchstgeschw.:183 km/h
Verbrauch (ECE):6,9 Liter
CO2-Ausstoß:183 g/km
Kofferraum:521 Liter
Versicherung (HP):16 €
Versicherung (TK):33 €
Versicherung (VK):24 €
Preis:23.350 €

Ein Lob verdient die reichhaltige Serienausstattung. Empfohlen sei die höherwertige Touring-Ausstattung, in der Klimaanlage und Radio bereits ab Werk geliefert werden. Als Option bleiben dann nur noch Automatik, Metallic-Lackierung und Schiebedach.