Chrysler PT Cruiser Turbo Jetzt also doch
"Wir haben bei Kundenbefragungen festgestellt, dass die Sportlichkeit bislang die schwache Seite des PT Cruiser war", sagt Hartwig Hirtz, der Vertriebschef der Marken Chrysler und Jeep in Deutschland. Eigentlich hätte man für diese Erkenntnis keine Kunden befragen müssen, denn Chrysler selbst hatte stets betont, dass dieses Auto eben kein Sportwagen sei, sondern ein Cruiser. Und offenbar akzeptierten dies die Kunden, denn der Wagen ist das meistverkaufte Modell der US-Marke in Deutschland. Allein in diesem Jahr wurden bis September 4240 PT Cruiser hier zu Lande abgesetzt.
Es sollen aber noch mehr werden, weshalb Chrysler jetzt seine bisherige Argumentation konterkariert und das Auto mit einem 2,4-Liter-Turbomotor mit 223 PS (164 kW) anbietet. Nun habe man, erklärt Hirtz, endlich auch ein passendes Modell "für leistungsorientierte Kunden".
Das trifft nur bedingt zu. Denn trotz der beeindruckenden Leistung auf dem Papier bewegt sich der PT Cruiser längst nicht so forsch, wie man es zunächst erwartet. Es ist ein bisschen wie mit der gefühlten Temperatur bei der Wettervorhersage; analog dazu könnte man über den Chrysler sagen, dass die "gefühlten Pferdestärken" deutlich unter 200 PS liegen. Erst an der Tankstelle wird einem klar, dass es hier um einen wuchtigen Motor in einem rund 1,6 Tonnen schweren Auto geht, denn 10,2 Liter Durchschnittsverbrauch sind eine kühne Ansage.
Der PT Cruiser ist jedenfalls auch in der Version GT Turbo kein wirklich giftiges Gefährt. Auf der anderen Seite reichen die Fahrleistungen für ein Fahrzeug diesen Typs bei weitem aus, um den Wagen flott über den Asphalt zu treiben. Überholmanöver sind dank des Drehmoments von maximal 332 Newtonmeter gut zu kalkulieren, allerdings wird die Maschine bei höheren Drehzahlen ziemlich laut. Chrysler nennt das Geräusch einen "wohl komponierten Motorsound".
| Hersteller: | Chrysler |
|---|---|
| Typ: | PT Cruiser GT 2.4 Turbo |
| Karosserie: | Van/Kleinbus/Großraumlimousine |
| Motor: | Vierzylinder-Turbobenziner |
| Hubraum: | 2.429 ccm |
| Leistung PS: | 223 PS |
| Leistung kW: | 164 kW |
| Drehmoment: | 332 Nm |
| Von 0 auf 100: | 7,5 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 200 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 10,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 242 g/km |
| Kofferraum: | 521 Liter |
| umgebaut: | 2.150 Liter |
| Preis: | 26.400 € |
Das Modell mit Turbomotor wird mit einem gut zu bedienenden Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Lob haben sich die Fahrwerksingenieure verdient, die trotz der hohen Motorleistung eine recht kommode Abstimmung gewählt haben. Zur Grundausstattung des GT-Turbo-Modells gehören vier Airbags, ABS, Antischlupf-Regelung sowie 17-Zoll-Aluminiumräder. Äußerlich erkennbar wird der Wagen als Schnellster seiner Sippe durch ein verchromtes Auspuff-Endrohr und ein GT-Emblem auf der Heckklappe.
Im Innenraum gibt es den GT-Schriftzug auf den Fußmatten, des weiteren ist der Wagen mit Ledersitzen, Verkleidungsteilen in Karbonfaser-Optik, einer Tachoskala bis 240 km/h, silbernem Schaltknauf und Alupedalen mit Gumminoppen ausgestattet. Auf die vier silberfarbenen Lenkradspeichen allerdings hätte die Ausstatter besser verzichten sollen: Man sieht und fühlt sofort, dass sie aus Plastik sind, und das wirkt alles andere als sportlich oder gar edel.
Insgesamt ist die Ausstattung recht ordentlich und umfangreich, so sind zum Beispiel auch ein Tempomat und eine Musikanlage mit CD-Spieler serienmäßig an Bord. Was nicht geliefert werden kann, sind zusätzliche Kopfairbags und das Stabilitätsprogramm ESP. Letzteres, sagt Vertriebschef Hirtz, sei bei einem Wagen, der eigentlich zum lässigen Cruisen gedacht sei, auch nicht erforderlich.