Citroën C3: Der kleine Prinz - DER SPIEGEL
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Citroën C3 Der kleine Prinz

Die französische Marke Citroën kommt in Deutschland allmählich auf Touren. Im vergangenen Jahr verkauften die Franzosen in Deutschland rund 72.000 Pkw - so viele wie noch nie. Die Basis für diesen Aufschwung legte der Kleinwagen C3, wir fuhren das runderneuerte Modell.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vor vier Jahren, im Frühling 2002, brachte Citroën mit dem C3 einen neuen Kleinwagen heraus, der mit feinen Anklängen an die Silhouette des 2CV, der legendären "Ente", eine ganz neue Richtung für alle folgenden Autos des Unternehmen vorgab. Endlich besann sich Citroën wieder seiner Tradition, und endlich war wieder das Bemühen zu spüren, zur Avantgarde im Automobilbau zu gehören. Mit dem C3 ging es los, danach folgte die gewitzte Cabrioversion Pluriel, später dann die größeren Modelle C4 und C6. Allesamt Autos mit Ausstrahlung und Charakter, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Citroën im gerade abgelaufenen Jahr einen neuen Auslieferungsrekord von rund 1,4 Millionen Fahrzeugen weltweit vermelden konnte.

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Citroen C3: Mit ihm kam der Aufschwung

In den Kleinwagenklassen ist Citroën mit gleich vier Modellen präsent: Dem Knirps C1, dem etwas größeren C2, dem Cabrio Pluriel und eben dem fünftürigen C3, der den Part des Familienautos in dieser Gruppe übernimmt. Im Juli vergangenen Jahres lief das einmillionste Exemplar dieser Baureihe vom Band, im Herbst, vier Jahre nach dem Verkaufsstart wurde das Auto renoviert. Allerdings erkennt man das von außen kaum, denn die gefälligen Linien und Formen von Chefdesigner Donato Coco wurden nicht verändert; lediglich Details wie der Kühlergrill, der Nummernschildträger oder die Markenlogos wurden dezent retuschiert.

Dafür erhielt der Innenraum eine gründlichere Aufarbeitung - womit der C3 dem Trend zu höherwertigen Interieurs in der Kleinwagenklasse folgt. Man darf sich das nicht als große Sache vorstellen, doch viele Kleinigkeiten wie ein Zierrahmen um die Mittelkonsole, eine klarere Skala für den Drehzahlmesser, Belüftungsdüsen mit silbergrauer Einfassung, geschmeidigere Türgriffe oder eine besser erkennbare Tankanzeige ergeben den Gesamteindruck eines grundsoliden, sorgfältig eingerichteten Automobils. Und es sind ja solche Nuancen, die eine Kaufentscheidung in die eine oder andere Richtung kippen lassen können.

Erstaunlich am C3 ist das zum erwachsenen Ambiente passende, ordentliche Platzangebot. Vier Erwachsene sind hier gut aufgehoben, die Kopffreiheit ist aufgrund der ausgebeulten Dachform erheblich und zudem vermittelt die hohe Decke ein angenehmes Gefühl von Luftigkeit. Im Kofferraum gibt es eine schlaue Plastikkonstruktion, mit der sich das Gepäckabteil horizontal unterteilen lässt. Das Fassungsvermögen reicht von 305 bis 1310 Liter, je nach Stellung der Rücksitzlehne.

Hersteller:Citroën
Typ:C3
Karosserie:Kleinwagen
Motor:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.360 ccm
Leistung PS:88 PS
Leistung kW:65 kW
Drehmoment:133 Nm
Von 0 auf 100:12,5 Sek.
Höchstgeschw.:180 km/h
Verbrauch (ECE):5,7 Liter
CO2-Ausstoß:135 g/km
Kraftstoff:Super bleifrei
Kofferraum:305 Liter
umgebaut:1.310 Liter
Versicherung (HP):12 €
Versicherung (TK):27 €
Versicherung (VK):14 €
Preis:16.090 €

Vier Benziner und zwei Dieselmotoren bietet Citroën für den C3 an. Wir waren mit dem zweitstärksten Ottomotor unterwegs, einem 1,4-Liter-Sechzehnventiler mit 88 PS (65 kW), der seine Kraft über ein sogenanntes Senso-Drive-Getriebe an die Vorderräder schickt. Der Motor ist ein prima Kumpel, laufruhig, kraftvoll und gut harmonierend mit dem kompakten Auto. Sein Manko ist der Durst: Offiziell gibt Citroën 5,7 Liter je 100 Kilometer an, unser Testmodell jedoch schluckte laut Bordcomputer 7,4 Liter im Schnitt. So ist das eben, wenn auf der einen Seite unter Laborbedingungen ein Wert ermittelt wird, im echten Autoleben aber immer wieder mal vier Leute zusteigen und auch der Kofferraum voll gepackt wird.

Gewöhnungsbedürftig ist das automatisierte Getriebe namens Senso-Drive. Fährt man im Automatikmodus und überlässt die Gangwechsel ganz der Technik, entstehen immer wieder überraschend lange Schaltpausen, die zu unfreiwilligem Gewackel der Insassen führen. Falls der Fahrer per Schalthebel oder Lenkradtasten den Zeitpunkt der Gangwechsel selbst bestimmt, lässt sich die Phase ohne Vortrieb besser mit dem Gaspedal ausgleichen, doch ein richtig flüssiges Fahrgefühl stellt sich auch da wohl erst nach einiger Zeit ein. Immerhin: Beim gemütlichen Dahinbummeln oder im zähen Stadtverkehr nimmt einem Senso-Drive lästige Arbeit ab - das Fahren wird, trotz der deutlich spürbaren Schaltpausen, komfortabler.

Sehr komfortabel ist das Fahrwerk abgestimmt. Der Wagen rollt ruhig und sauber ab, auch auf längeren Strecken über ruppige Autobahnen bleibt der C3 geduldig und zuvorkommend. Die Lenkung vermittelt einen guten Kontakt zur Fahrbahn, die Bremsen (ABS und Notbremsassisten sind serienmäßig an Bord) verzögern verlässlich und gut dosierbar.

Wer über den Kauf eines C3 nachdenkt, sollte sich einige Zeit nehmen für das Studium der Preis- und Ausstattungslisten. So gibt es sieben Ausstattungskategorien mit unterschiedlichen Optionen für Extras und sechs Pakete, in denen jeweils mehrere Extras zusammengefasst sind. So sind beispielsweise für die Standardausführung "Advance" weder ESP noch Kopfairbags oder Nebelscheinwerfer zu haben. Die Preisliste ist entsprechend weit gespannt und beginnt bei 12.190 Euro für den C3 mit dem 60 PS starken Benziner.