Cobra Trakker Böse genug?
Ein Motor, zwei riesige Fünfspeichen-Räder, ein zigarrenförmiger Tank aus Kohlefaser mit direkt daran angekoppeltem Sitzpölsterchen und ein Lenkrad das aussieht, als habe ein Jahrmarkt-Ringer in einem Wutanfall eine Eisenstange verbogen. Dies sind die wesentlichen Bauteile der Cobra Trakker. Das Motorrad wurde vom kalifornischen Designer Mike Rinaldi entworfen, gebaut wurde es von Danny Berg - beide arbeiten für die Firma Cobra im kalifornischen Anaheim. Das vor vier Jahren gegründete Unternehmen widmet sich unter dem Motto "anything is possible" dem Tuning von Motorrädern, in der Fachsprache "Customizing" genannt.
Ein ganz besonderes Exemplar ist die Cobra Trakker. Der Motor stammt aus einer Harley-Davidson Dyna Glide, die Gabel von einer Sportster, die Auspuffanlage ist Marke Eigenbau, ebenso das dezente Sattelkissen aus gelgefülltem Leder. Wer die Internet-Seite zum Showbike anklickt wird zunächst gefragt, ob er groß und böse genug sei für das was dann kommt.
Was heranbraust, ist die Cobra Trakker, ein silbern und orange lackiertes Motorrad mit LED-Rücklicht und einem Vorderradschutzblech, das etwa so groß ist wie ein Handteller. Tacho oder andere Anzeigen gibt es nicht, in der Beschreibung des Motorrades heißt es vielsagend: "Instruments: Telepathic"; und etwas weiter findet sich der Eintrag "Special Features: Too many "
Die Maschine dient vor allem dem Zweck, Aufmerksamkeit zu wecken. Dieser Auftrag scheint zu gelingen. Derzeit ist das extrem gestreckte Gerät mit Retro-Anklängen im eben erste eröffneten neuen Guggenheim Museum in Las Vegas zu sehen. Das Museum ist im Hotel Venetian untergebracht und zeigt als Eröffnungsausstellung die Schau "The Art of the Motorcycle" mit 120 Maschinen von 1868 bis heute.