Coupés Automobile Eleganz
Die Zweitürer glänzen meist mit schönerer Form und besseren Fahrleistungen als ihre Limousinen-Pendants, unterstreichen zudem die Einstellung des Besitzers. Denn der ist bereit mehr Geld für weniger Auto zu bezahlen, nur damit nachher die Form stimmt. Weil es immer mehr solcher Genussmenschen zu geben scheint, ist das Coupé-Angebot in den vergangenen Jahren ständig gewachsen. Heute spannt es sich vom CityCoupé Smart für 16.440 Mark bis zum Bentley Continental, für den in der teuersten Version rund 687.000 Mark fällig werden.
Das kleinste Coupé ist natürlich der Smart, der jedoch außer der Beschränkung auf zwei Sitze und die Bezeichnung CityCoupé nur wenig mit der Eleganz und der Dynamik anderer Zweitürer gemein hat. Doch in wenigen Jahren wird es den Winzling aus dem DaimlerChrysler-Konzern auch als echtes Coupé geben, das von einer bereits präsentierten Roadster-Studie abgeleitet wird. Einzige Alternative in dieser Größenordnung ist derzeit der betagte Ford Puma, der seinen ärgsten Widersacher Opel Tigra jetzt schon um ein Jahr überlebt hat. Und natürlich der Peugeot 206 CC, der - genau wie der Mercedes SLK zwei Klassen darüber - mit seinem massiven Faltdach nicht nur als Roadster, sondern auch als Coupé geführt werden muss.
Wer in der so genannten Golf-Klasse nach den schönen Silhouetten mit dem knapp geschnittenen Heck sucht, kann aus einer breiteren Palette wählen. Schließlich gibt es neben dem Opel Astra Coupé jetzt auch einen kompakt-sportlichen Zweitürer in der Mercedes C-Klasse und den neuen kompakten 3er von BMW. Dazu gesellen sich aus Frankreich Ableger von Renault Mégane und Citroën Xsara sowie aus Japan das neue Coupé der siebenten Civic-Generation und aus Korea das vor der Ablösung stehende Hyundai Coupé.
Außerdem spielen in dieser Liga noch eine ganze Reihe eher sportlich orientierter Coupés, bei denen die Selbstbeschränkung noch intensiver betrieben wird. Allen voran gilt das für den Audi TT. Doch auch die geschlossene Version des BMW Z3, der Alfa GTV, die letzten Restexemplare des Coupé Fiat und die Toyota Celica setzen bewusst auf die Mischung von Eleganz und Dynamik.
Die meisten Alternativen bietet aber die gehobene Mittelklasse, in der sich unter den Kunden zumeist die so genannten «Empty Nester» finden. Im Denken der Marketing-Experten bedeutet dies, dass die Kinder den Haushalt verlassen haben und die Kontostände ein Niveau erreichen, bei dem man auch jenseits von 50.000 oder 60.000 Mark nicht nur vernünftig sein muss. Deshalb offeriert die Industrie solchen Kunden Modelle wie das Coupé des 3er BMW, den Mercedes CLK, den von Altmeister Pininfarina gezeichneten Peugeot 406, den Volvo C70 oder den zum Klassiker gereiften Saab 9-3. Wer es etwas auffälliger mag, der kann im Chevrolet Camaro, den Honda Zweitürern Accord und Prelude oder einem Ford Cougar vorfahren.
Im automobilen Oberhaus wird die Qual der Wahl wieder etwas kleiner. Abgesehen von waschechten Sportwagen vom Schlage eines Porsche 911 oder eines Lamborghini Diablo gibt es dort nur drei halbwegs bezahlbare Alternativen, die anders als die Bentleys und Aston Martins nicht mit Privatjets oder Segelyachten konkurrieren: Den Mercedes CL, den Maserati 3200 GT oder den Jaguar XK8. Dazu gesellt sich als vierter im Bunde ein Nachfolger des 6er BMW, auf den die Kunden aber noch mindestens drei Jahre warten müssen.