Daewoo Lacetti: Günstig geschnitten - DER SPIEGEL
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Daewoo Lacetti Günstig geschnitten

Daewoo kommt wieder auf die Räder. Nach der Übernahme durch den US-Autoriesen General Motors schieben die Koreaner ein Modell nach dem anderen auf den Markt. Mit Erfolg. Laut Kraftfahrtbundesamt hat Daewoo im vergangenen Jahr seine Umsätze mehr als verdoppelt. Nächstes Produkt: das kompakte Fließheckmodell Lacetti.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Allerdings ist das mit dem Zuwachs so eine Sache. Wer im Jahr 2002 insgesamt gerade mal 4904 Autos verkauft hat, führt selbstverständlich mit 12.786 Zulassungen in 2003 die Statistik des Kraftfahrtbundesamts weit vorne an. Wirkliches Volumen kann man das nicht nennen. Doch schon mit ihren erfolgreichen Kleinwagen Matiz und Kalos zeigen die Koreaner, dass sie offenbar das richtige Rezept gefunden haben: italienisches Design, solide Technik und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. So ist auch der neue Lacetti entstanden, der am 24. April zu den deutschen Händlern kommen soll. Ein Kompaktwagen, der in der Golf-Liga spielt, auch wenn er dem Wolfsburger nicht wirklich gefährlich werden kann. Doch Grundpreise zwischen 13.550 Euro und 16.250 Euro sind in konsumflauen Zeiten Grund genug, die Fließhecklimousine genauer anzuschauen.

Der knapp 4,30 Meter lange Fünftürer wurde, wie auch schon Matiz und Kalos, von Giorgetto Giugiaro zeitgemäß eingekleidet. Mandelförmige Klarglasscheinwerfer und ein chromgefasster Kühlergrill dominieren die Front, ausgestellte Radhäuser und eine ansteigende Gürtellinie betonen das coupéartige Profil. Ausgesprochen gelungen ist das Heck mit den auffälligen Rückleuchten im Querformat.

Ein langer Radstand von 2,60 Meter sorgt für respektable Innenraumverhältnisse. Mit knapp 93 Zentimeter Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen erzielt der Lacetti Bestnoten in seiner Klasse. Etwas knapp geschnitten dagegen der Kofferraum mit 275 Liter, der sich durch Umklappen der Rückbank dachhoch auf 1045 Liter erweitern lässt.

Auch das Interieur wirkt, wenigstens in der Topversion mit 1,8-Liter-Motor, mit der wir unterwegs waren, durchaus gefällig. Alu-Optik auf Armaturenträger, Mittelkonsole Lüftungsdüsen, Instrumentenrahmungen und in den Lenkradspeichen peppen die grau-schwarze Plastik-Landschaft auf. Das Cockpit ist übersichtlich, die Sitze ausreichend bequem, wenn auch deren korrekte und adäquate Einstellung etwas mühselig ist.

Als Antrieb stehen drei Vierzylinder-Benziner mit 1,4, 1,6 und 1,8 Liter Hubraum und Leistungen von 95 PS (70 kW), 109 PS (80 kW) und 122 PS (90 kW) zur Wahl. Wir entschieden uns für den stärksten der Dreien. Und waren positiv überrascht. Ein laufruhig und kräftig arbeitendes Triebwerk, dessen Anstrengung erst zu hören ist, wenn Leistung und Drehzahl gefordert werden. Doch dann passiert der Wagen auch bereits nach 9,5 Sekunden die 100er-Marke oder erreicht 194 km/h Spitze. Was auch anspruchsvollere Kunden zufrieden stellen dürfte. Weniger jedoch, dass alle Motoren nur die Euro-3-Abgasnorm erfüllen.

Hersteller:Daewoo
Typ:Lacetti
Karosserie:Kompaktwagen
Motor:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.799 ccm
Leistung PS:122 PS
Leistung kW:90 kW
Drehmoment:165 Nm
Von 0 auf 100:9,5 Sek.
Höchstgeschw.:194 km/h
Verbrauch (ECE):7,5 Liter
CO2-Ausstoß:178 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:275 Liter
Versicherung (HP):18 €
Versicherung (TK):32 €
Versicherung (VK):19 €
Preis:16.250 €

Zwei Millionen Testkilometer haben Daewoos Ingenieure mit dem Lacetti absolviert. Wir nur knapp 150. Doch aufgefallen ist uns dabei ein hakeliges Fünfgang-Schaltgetriebe, mit dem alle Motorisierungen serienmäßig bestückt sind. Für die beiden stärkeren Versionen mit 1,6 und 1,8 Liter Hubraum bietet Daewoo alternativ eine Vierstufen-Automatik (1400 Euro Aufpreis). Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk hingegen wurde unter anderem in England auf europäische Bedürfnisse zugeschnitten und sorgt mit seiner aufwendigen Achskonstruktion mit Dreiecks-, Quer- und Längslenkern für gutes Handling, Richtungsstabilität sowie sichere Lenkmanöver. Scheibenbremsen rundum und serienmäßiges ABS übernehmen die Verzögerung, ESP gibt es nicht im Lacetti-Programm. Ebenso wenig wie Kopfairbags, die ein Golf-Gegner inzwischen zumindest im Angebot haben sollte. Für die passive Sicherheit sorgen ab Werk Front- und Seitenairbags sowie Dreipunkt-Gurte auf allen Plätzen.

So lückenhaft die Sicherheitsausstattung, so üppig der serienmäßige Komfort an Bord. Schon in der Basisversion 1,4 SE besitzt der Lacetti eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn, Funkfernbedienung und ein RDS-Kassettenradio. In der Topversion 1,8 CDX kommen Traktionskontrolle, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, elektrisch beheiz- und klappbare Außenspiegel, Regensensor und CD-Player mit acht Lautsprechern und Lenkradbedienung ab Werk dazu.

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