Daewoo Rezzo: Jetzt erst recht - DER SPIEGEL
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Daewoo Rezzo Jetzt erst recht

Das Insolvenzverfahren gegen den koreanischen Hersteller Daewoo läuft zwar noch, doch die Produktvorstellungen werden davon offenbar nicht berührt. Neu auf den deutschen Markt kommt jetzt der Kompaktvan namens Rezzo.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Name des Fahrzeugs sei der italienische Begriff, "der das herrliche Gefühl ausdrückt, während einer kühlen Brise auf einer schattigen Terrasse zu sitzen", belehrt die Presseinformation. Möglicherweise haben sich die Verantwortlichen deshalb für den Namen entschieden, um so ein gewisses romanisches Flair zum Ausdruck zu bringen.

Die Karosserie, die durchaus eigenwillige Schwünge aufweist, wurde vom Turiner Karosserieschneider Pininfarina entworfen. Die Gestaltung des Innenraums stammt von Italdesign und der hauseigenen Designabteilung von Daewoo in Korea. Das Konzept des Fünfsitzers mit der großen Heckklappe laute "Lebensraum auf Rädern", so der Hersteller.

Es soll damit auf die Variabilität im Innern des Autos aufmerksam gemacht werden. So lassen sich zum Beispiel der Beifahrersitz um 180 Grad drehen und die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe können zusammengeklappt und aufgestellt oder komplett ausgebaut werden. Dies wiederum hat Einfluss auf die Größe des Gepäckabteils: In Normalstellung der drei hinteren Sitze fasst der Kofferraum 347 Liter, mit zusammengelegten Rücksitzen (dies ist auch einzeln möglich) passen 1425 Liter hinein und mit komplett freigeräumten Heck sogar 1847 Liter.

Die Ausstattung des Autos ist okay. Der Fahrersitz ist unter anderem höhenverstellbar und auch die Lenksäule kann in der Höhe justiert werden. Eine Klimaanlage ist serienmäßig an Bord, ein elektrisch betätigtes Schiebe- und Ausstelldach kostet 1450 Mark extra. Durchdacht sind die vielen Ablage- und Staumöglichkeiten, eine nette Idee die kleinen Klapptische an den Rückenlehnen der Vordersitze.

Daewoo bietet den Wagen vorerst mit nur einer Motorvariante an. Es handelt sich um einen 2-Liter-Vierzylinder Benziner mit einer Leistung von 121 PS (89 kW), der ein maximales Drehmoment von 176 Nm liefert und das Auto bis zu 180 km/h schnell macht. Als Durchschnittsverbrauch gibt der Hersteller 9 Liter Normalbenzin je 100 Kilometer an. Das ist nicht gerade sparsam, doch Alternativen gibt es eben nicht. Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt serienmäßig über ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Wer es gerne bequemer hätte, kann für einen Aufpreis von 2650 Mark eine Viergang-Automatik ordern.

Was die Sicherheitsausstattung betrifft, fährt der Rezzo dem inzwischen erreichten Standard in dieser Klasse hinterher. Es gibt lediglich zwei Frontairbags für Fahrer und Beifahrer. Allerdings: Ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung ist ab Werk installiert. Was die Marke nach wie vor auszeichnet, ist das vergleichsweise gute Preis-Leistungs-Verhältnis. 32.990 Mark kostet der Rezzo. Ein passables Angebot für jene, die mit diesem Auto eine längerfristige Beziehung eingehen wollen. Denn als Gebrauchtwagen fehlt dem Wagen einfach das Image.