F-Type Jaguars Roadster-Renaissance
Keine Frage, die Autohersteller sind im Retro-Fieber: Chrysler etwa will mit seiner auf der Detroit Motor Show vorgestellten Cabriostudie 300 Hemi C die Ära der Straßenkreuzer der fünfziger Jahre wieder aufleben lassen. Und auch der klassische Sportwagen erlebt eine Renaissance: Mercedes etwa präsentierte auf der Autoschau seine SLA-Studie, die kräftig Designmerkmale des Silberpfeils zitiert. Bei soviel Rückbesinnung will natürlich auch Jaguar nicht außen vor stehen - immerhin hat die Nobelmarke einen Ruf als Sportwagenhersteller zu verlieren.
Rechtzeitig zur Rückkehr in den Motorsport enthüllte der britische Autobauer deshalb mit dem F-Type eine Roadster-Studie, die an den legendären E-Type anknüpfen soll, der seit seiner Premiere 1961 auf dem Genfer Autosalon ganze Generationen von Autoliebhabern in Verzückung versetzte. "Mit dem F-Type Concept setzt Jaguar ein deutliches Signal für die Rückkehr in den Markt der echten Sportwagen, auf dem wir in den fünfziger und sechziger Jahren so erfolgreich waren," sagte Jonathan Browning, Managing Director von Jaguar Cars, auf der Motor Show in Detroit.
Das Konzept des F-Type leitet sich von der Jaguar-Studie XK 180 ab, die 1998 auf dem Pariser Autosalon präsentiert wurde. Unter der geschwungenen Motorhaube des neuen Roadsters, der das kleinste Auto der Briten seit 40 Jahren ist, könnte nach Angaben von Jaguar der aus der S-Type-Limousine bekannte 238 PS starke V6-Motor oder eine 300-PS-Kompressorversion eingebaut werden. Angetrieben wird der Roadster mittels eines Schalt- oder eines Automatikgetriebes über die Hinterräder. Jaguar zufolge wäre auch ein Allradantrieb realisierbar.
Mit dem F-Type, der mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit in Serie gehen soll, will Jaguar auch in das Segment einsteigen, in dem sich zur Zeit Porsche mit dem Boxster und BMW mit dem Z3 tummeln. Zusammen mit den neuen Jaguar-Limousinen, so Browning, solle der F-Type "eine neue Generation von jüngeren - männlichen wie weiblichen - Sportwagenkäufern an die Marke Jaguar heranführen" - vorausgesetzt natürlich, dass diese über das entsprechende Kleingeld verfügen.
Martin Paetsch