Fiat Doblò: So macht Einladen Spaß - DER SPIEGEL
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Fiat Doblò So macht Einladen Spaß

Wer Kiste zu einem Auto sagt, der meint das meist abfällig, und oft sieht der Wagen auch derangiert aus. Nicht so bei Fiat. Dort gilt Kiste seit dem ersten Panda als Paradebeispiel für ein praktisches Design. Und auch der neue Hochdachkombi folgt Doblò diesem Stil.
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Fiat Doblò: Größer, schöner, teurer

Downsizing mag für die Motoren gelten, doch wenn es um die Karosserie neuer Autos geht, wird die Minimieren dann doch nicht so weit getrieben. Jüngstes Beispiel dafür ist der neue Fiat Doblò, der in diesen Tagen als Familien-Allzweckmobil oder als Kleinlieferwagen für Handel und Handwerk an den Start geht. Der neue Doblò wurde sogar größer als das Vorgängermodell, schließlich hat sich auch das Angebot der Italiener verändert. Denn für Menschen, die ein kleineres Auto in dieser Art möchten, gibt es bei Fiat inzwischen die Modelle Qubo und Fiorino. Beim neuen Doblò wurden daher Radstand und Länge um fast 20 Zentimeter gestreckt. Auf XXL-Format gewachsen, kommt die coole Kiste nun auf einen Achsabstand von 2,76 Metern und eine Länge von 4,39 Metern - und überragt damit fast alle Konkurrenten. Einzig der VW Caddy ist noch einen Hauch länger.

Mit dem Format gibt es nun auch noch mehr Platz: Ein Gepäckabteil von 790 Litern, das mit wenigen Handgriffen auf 3200 Liter erweitert und mit einer stabilen Hutablage wie mit einem Regalboden unterteilt werden kann, macht den Doblò zum "Ich-muss-auch-noch-mit"-Wagen. Egal ob Wohnzimmersessel, Rasenmäher oder die Plüschtier-Sammlung der Kinder - solange das Ladegut nicht mehr wiegt als 610 Kilogramm, gibt es fast nichts, wovor der Doblò kapitulieren müsste. Selbst der Freundeskreis der Kinder ist im neuen Modell willkommen - denn gegen Aufpreis gibt es jetzt einen oder zwei weitere Sitze für die dritte Reihe.

Der Doblò ist auch eine Klasse vornehmer geworden. Davon zeugt neben dem Design mit den großen Scheinwerfern, dem charmant wirkenden Kühlergrill und den robust wirkenden Flanken auch der Innenraum: Wo bislang eine dröge Plastikwüste den spröden Charme des Nutzfahrzeugs versprühte, gibt es jetzt neben mehr als einem Dutzend praktischer Ablagen hochwertig anmutende Oberflächen und viele farbige Zierpolster.

Außerdem hat Fiat das Fahrwerk gründlich verbessert und erstmals in diesem Segment eine Hinterachse mit Einzelrad-Aufhängung implantiert. Die spart nicht nur Platz und erzeugt weniger Fahrgeräusche als bislang, sondern sie federt vor allem auch komfortabler. Zusammen mit dem gestreckten Radstand rollt der Doblò nun spürbar angenehmer über die Straße und wird zum idealen Urlaubsauto und Langstreckenläufer.

Vier Motoren, darunter drei Diesel, stehen zur Wahl

Obwohl größer und schwerer als bisher, ist der neue Doblò sparsamer als der alte. Möglich macht das eine neue Generation von Motoren und der serienmäßige Einsatz einer Start-Stopp-Automatik in allen Modellen. "Auch damit ist der Doblò allein auf weiter Flur", sagt Produktmanager Steffen Enzenauer. "Allein diese Technik senkt den CO2-Ausstoß im Normzyklus um vier und im Alltagsbetrieb in der Stadt um bis zu 15 Prozent", sagt der Fiat-Mann. Das Modell mit dem neuen 1,3-Liter-Dieselmotor mit 90 PS kommt auf einen CO2-Ausstoß von 129 Gramm je Kilometer. Daneben gibt es einen 1,4-Liter-Benziner mit 95 PS (Verbrauch: 7,2 Liter), einen 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS und einen 2-Liter-Selbstzünder mit 135 PS.

Wer wie SPIEGEL ONLINE für die erste Testfahrt zum mittleren Dieselmotor greift, trifft eine gute Wahl. Natürlich ist der Doblò dann kein Kraftmeier, und wenn der Wagen bis unters Dach beladen ist, sind 290 Nm vielleicht ein bisschen wenig. Doch der Motor läuft kultiviert, das Getriebe ist gut abgestimmt und für den Pendelverkehr in der Stadt reicht die Kraft allemal. Das Beschleunigungsvermögen liegt bei 13,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 164. Weil die Kunden in dieser Klasse laut Enzenauer neben der Ökologie vor allem die Ökonomie im Blick haben, hat Fiat auch die Unterhaltskosten gesenkt: Durch die neue Typklasseneinstufung sparen Käufer bei der Haftpflicht und Kaskoversicherung, und die Wartungsintervalle für die Diesel-Varianten wurden auf 35.000 Kilometer verlängert.

Gute Ausstattung, hoher Preis, große Erwartung

Dazu gibt es eine in dieser Klasse außergewöhnlich umfangreiche Serienausstattung. Während die meisten Konkurrenten nur eine Schiebetüre bieten, gibt es beim Doblò immer zwei; und für Sicherheit sorgen das ebenfalls serienmäßige ESP und in jedem Fall vier Airbags. Das treibt den Preis auf mindestens 15.450 Euro, doch natürlich rechnet Produktmanager Enzenauer die Summe schön. "Ausstattungsbereinigt sind wir deutlich günstiger als die meisten Konkurrenten", sagt er.

Vor diesem Hintergrund sind die Erwartungen an den neuen Doblò hoch. "Wir wollen das Auto mindestens so erfolgreich verkaufen wie den Vorgänger", sagt der deutsche Fiat-Chef Manfred Kantner. Dafür müsste aber alles glatt laufen - immerhin wurde der 2001 eingeführte Doblò I kurz vor dem Generationswechsel noch zum Stückzahl-Millionär.