Fiat Multipla JTD 105 Delfin aus Turin
Für originelles Design sind italienische Autobauer ja bekannt. Aber was Fiat mit dem Multipla auf die Straße schickt, ist schon mehr als mutig. Ein Auto, das "polarisiert", sagen seine Schöpfer - der Volksmund nennt so etwas einfach nur "hässlich". Dabei besticht der Delfin aus Turin zwischen seiner flachen Schnauze mit der auffälligen Blechwulst, den getrennten Scheinwerfern für Fahr- und Fernlicht sowie dem kastenförmigen Heck mit einer ungewöhnlichen Raumarchitektur.
Im Grunde besteht der Fiat Multipla aus zwei Karossen: Auf dem flachen, knapp vier Meter langen "Unterwagen" sitzt ein mit 1,87 Meter extrem breites Oberhaus, das sogar die Mercedes-S-Klasse noch um zwei Zentimeter in der Breite übertrifft. Die Breite ist nicht zuletzt wegen der neuartigen Platzaufteilung notwendig: Die Passagiere sitzen, wenn sie nicht zu breit sind, zu dritt nebeneinander - und zwar sowohl hinten als auch vorne.
Gerade auf der Vorderbank ist das gewöhnungsbedürftig: Man muss sich schon mögen, wenn alle Plätze besetzt sind. Zur Entschärfung der Situation lässt sich der mittlere Sitz leicht nach hinten verschieben oder gleich ganz durch eine Kühlbox ersetzen. Auch die übrigen jeweils 14 Kilo schweren Einzelsitze sind herausnehmbar und sorgen für hohe Variabilität. Der ebene Gepäckraum, der bei sechs Sitzen 430 Liter umfasst, lässt sich so auf bis zu 1300 Liter vergrößern.
Eigenwillig ist auch das Cockpit des Multipla: Die futuristisch anmutende Armaturentafel besteht aus einem mittig angeordneten Block, der sämtliche Bedienelemente für Radio, Heizung und Lüftung vereint. Nach kurzer Gewöhnungsphase ist jedoch alles gut ablesbar und leicht erreichbar. Das gilt auch für den aus Platzgründen neben dem Lenkrad angebrachten Joystick, mit dem sich dann problemlos schalten lässt. Die großen Scheiben sorgen für viel Licht und einen guten Rundumblick.
| Hersteller: | Fiat |
|---|---|
| Typ: | Multipla JTD 105 SX |
| Karosserie: | Van/Kleinbus/Großraumlimousine |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 1.910 ccm |
| Leistung PS: | 105 PS |
| Leistung kW: | 77 kW |
| Drehmoment: | 200 Nm |
| Von 0 auf 100: | 12,4 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 170 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,4 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 170 g/km |
| Kraftstoff: | Diesel |
| Kofferraum: | 430 Liter |
| umgebaut: | 1.300 Liter |
| Versicherung (HP): | 17 € |
| Versicherung (TK): | 28 € |
| Versicherung (VK): | 19 € |
| Preis: | 18.049 € |
Dabei fällt allerdings auch so manche Nickligkeit ins Auge: Kunststoff und Plastik, wohin man blickt; die Fenster lassen sich nicht vollständig öffnen, und insgesamt dürfte die Verarbeitung an einigen Stellen besser sein. Die Sicherheitsausstattung entspricht dagegen dem heutigen Standard: Ausgeliefert wird der Multipla mit Fahrer- und Doppelairbag für die beiden Beifahrer, Seitenairbags und Gurtstraffern vorne, Dreipunktgurten auf allen Sitzen sowie ABS.
Nichts auszusetzen gab es an der Motorisierung des Testwagens. Der aus anderen Modellen des Fiat-Konzerns - wie etwa Bravo, Marea, Alfa 156 - bekannte 1,9-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit Common-Rail-Technik beschleunigt den Multipla von 0 auf 100 km/h in 12,4 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Im kalten Zustand noch etwas laut, gibt sich der in Fahrt gekommene Selbstzünder kräftig und durchzugsstark. Wermutstropfen: Der ab Werk angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,4 Litern Diesel lag in der Praxis um gut 1,5 Liter höher.