Fiat Prototyp Zweisitzer zum Ausprobieren
In den kleinen Zweitürer haben die Italiener alles an Hightech hineingestopft, was ihnen zur Verfügung steht: Dreiphasen-Drehstrom-Elektromotor, Niedertemperatur-Brennstoffzelle, Spannungswandler und Batteriesystem. Die Brennstoffzelle und die dazugehörigen Komponenten für die Stromversorgung sind im Boden des Gepäckraumes untergebracht. Der Elektromotor sitzt wie beim Serienmodell üblich unter der Fronthaube. Der Wasserstoff wird in sechs Gasflaschen unter hohem Druck (200 bar) gespeichert und ist hinter den Vordersitzen untergebracht. Fiat plant, in einem nächsten Schritt das Wasserstoffdepot in den Mitteltunnel zu verlagern, um das Auto wieder zu einem Viersitzer zu machen.
Die Brennstoffzelle erzeugt Strom mit einer Spannung von 48 Volt und leistet maximal 7 kW. Der dahinter geschaltete Wandler erhöht die Spannung auf die vom Elektromotor benötigten 216 Volt (maximale Antriebsleistung 30 kW). Die von der Brennstoffzelle gelieferte Energie übertrifft den durchschnittlichen Bedarf des Elektromotors. Der überschüssige Strom wird daher in Batterien zwischengelagert.
Als Fahrleistung des Seicento-Prototypen ist eine Dauergeschwindigkeit von 60 Stundenkilometer problemlos möglich. Inklusive des Batteriestroms reicht der Wasserstoffvorrat an Bord für 140 Kilometer. Wenn es mal flott vorangehen soll, beschleunigt der Brennstoffzellen-Fiat in acht Sekunden von 0 auf Tempo 50.
Nächste Ziele der Brennstoffzellen-Technik im Hause Fiat sind nach Angaben der Italiener die Entwicklung eines Metallhydrid-Speichers, der den Wasserstoff in einem feinporigen Kristallgitter bindet und dadurch die viel Platz benötigenden Druckflaschen für das Gas überflüssig macht. Außerdem denken die Fiat-Ingenieure auch über den Einsatz eines Reformers nach, um den Wasserstoff erst an Bord des Fahrzeugs aus Benzin oder Methanol zu gewinnen. Diese Technik findet sich bereits im Brennstoffzellen-Prototypen Necar 5 von Mercedes.