Ford Mondeo: Meister Proper - DER SPIEGEL
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Ford Mondeo Meister Proper

Her mit den Chromspangen, Stoßfängern in Wagenfarbe, weißen Seitenblinkern. Und weg mit den Schutzleisten an der Seite. Ford hat sein Mittelklassemodell Mondeo neu eingekleidet und hofft nun, dass die Kundschaft die stilistischen Verfeinerungen auch honoriert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Hersteller:Ford
Typ:Mondeo
Karosserie:Limousine
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:2.198 ccm
Leistung PS:155 PS
Leistung kW:114 kW
Drehmoment:360 Nm
Von 0 auf 100:8,7 Sek.
Höchstgeschw.:223 km/h
Verbrauch (ECE):6,1 Liter
CO2-Ausstoß:162 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:500 Liter
Versicherung (HP):19 €
Versicherung (TK):21 €
Versicherung (VK):21 €
Preis:24.875 €

In der Mittelklasse können Autohersteller ordentlich Geld verdienen. Hier sind die großen Stückzahlen gemacht, hier kosten schon die Einstiegsmodelle 20.000 Euro, hier ist das Reich der Extras, die ein Auto komfortabler und vor allem teurer machen. In der Mittelklasse entscheidet sich auch das Schicksal von Marken. Firmen, die in diesem Segment schwächeln, stecken schnell in ernsten Schwierigkeiten. Auf Ford und damit das Modell Mondeo angewandt, bedeutet dies: Dem Kölner Ableger des US-Autokonzerns ging es schon einmal deutlich besser. So soll es auch wieder werden, deshalb verpasste Ford seinem Mittelklassewagen ein modernisiertes Design, ordnete das Angebot neu und verbesserte den großen Dieselmotor.Seit fünf Jahren läuft der aktuelle Mondeo nun schon vom Band. Vor zwei Jahren wurde der Innenraum des Wagens renoviert, nun stand eine Straffung der Karosserie an. Ab sofort erhalten daher alle Modellvarianten ein neues Gitter in der Kühleröffnung, eine breite Chromleiste über dem Kühlergrill, ein neues Stoßfänger-Unterteil sowie Schutzleisten, die in Wagenfarbe lackiert sind. Parallel dazu bekam auch das Heck eine Chromspange über dem Nummernschild, veränderte Rückleuchten und modifizierte Stoßfänger. An der Seite wiederum haben die Designer nicht viel Spielraum, die Optik zu verändern, wenn es nichts kosten oder nur wenig kosten darf. Die Ford-Kreativen entschieden sich dafür, nun weiße statt gelbe Seitenblinker zu verbauen sowie die Rammschutzleisten einfach wegzulassen, "weil das einfach eleganter aussieht", wie Uwe Baumgarten, der Marketingleiter bei Ford, beteuert.Wer fürchtet, dass ihm nun in engen Parklücken oder in der Garage gleich der Lack absplittert, wenn die Tür zu schwungvoll geöffnet wird, für den hat Baumgarten eine Lösung. "Natürlich bieten wir die Seitenschutzleisten auf Wunsch weiterhin an." Allerdings werden dann 50 Euro Aufpreis fällig. Übersichtlicher gestaltet hat Ford auch das Angebot des Mondeo. Neben den Karosserievarianten Viertürer, Fünftürer und Kombi gibt es nun sieben Ausstattungsversionen. Die Basisvariante heißt "Ambiente", die etwas besser ausgestattete Version "Trend". Dann spaltet sich die Palette auf in einen eher klassisch luxuriösen Zweig mit den Ausstattungsniveaus "Ghia" und "Ghia X" sowie parallel dazu und zu gleichen Preisen in eine mehr sportlich-technischen Zweig mit den Versionen "Titanium" und "Titanium X". Für die Leute mit dem ganz schweren rechten Fuß gibt es darüber noch die Sport-Variante Mondeo ST 220. Bei den jetzt anberaumten Testfahrten mit dem optisch nur leicht veränderten Mondeo interessierte natürlich vor allem das Modell mit dem neuen 2,2-TDCI-Motor, dem mit 155 PS (114 kW) stärksten Dieselaggregat im insgesamt vier Selbstzünder-Varianten umfassenden Angebot des Mondeo. Der Motor zeichnet sich durch eine harmonische und druckvolle Kraftentfaltung sowie einen angenehm ruhigen Lauf aus. Was aber viel wichtiger ist: Ab dem Modelljahreswechsel am 16. August erfüllt das Aggregat die Abgasnorm Euro 4. Ein Rußpartikelfilter für die Maschine ist noch "in Vorbereitung", wie es bei Ford heißt. Immerhin: Die CO2-Emissionen wurden auf 161 Gramm pro Kilometer reduziert, der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,1 Liter (6,3 Liter lautet der Wert für die Kombiversion Turnier). Der neue Diesel, der auf dem von Ford entwickelten, sogenannten Puma-Triebwerk basiert, wurde in zahlreichen Punkten verändert. Der Hubraum beispielsweise stieg durch einen verlängerten Hub der Kurbelwelle von 2,0 auf 2,2 Liter. Die Einspritzdüsen haben nun kleinere Spritzlochdurchmesser, und es gibt statt bislang fünf nun sieben Einspritzkanäle; beide Maßnahmen ergeben eine feinere Zerstäubung des Kraftstoffs, wodurch die Verbrennung sauberer und die Leistung höher wird. Zudem bekam die Maschine einen neuen Turbolader mit verstellbaren Schaufeln sowie einen verbesserten Katalysator.Ford verkündet erfreut, dass der neue Motor "zu den flinkesten Dieseln im Markt" gehöre. Erste Fahreindrücke können das durchaus bestätigen: Die Maschine ist kraftvoll und flott und passt ausgezeichnet in das Mittelklassemodell. Das günstigste Modell mit dem neuen Motor ist die viertürige Mondeo-Limousine "Ambiente" für 24.875 Euro, der günstigste Kombi mit dem Motor kostet 25.925 Euro. Ford hofft, dass die Neuerungen dem Mondeo frischen Schwung für die zweite Hälfte seines Modellzyklus geben können. Denn im Augenblick tummeln sich die Kölner mit ihrem Modell im Mittelfeld der Mittelklasse. Im vergangenen Jahr wurden 34.134 Mondeo in Deutschland neu zugelassen. Damit stand der Wagen in direkter Konkurrenz zum Opel Vectra (36.572), zum Toyota Avensis (27.133) und zum Mazda 6 (24.444). Jüngster Hoffnungsschimmer: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lag der Mondeo innerhalb dieses Quartetts mit 11.576 Neuzulassungen auf Platz eins. Die aufgefrischte Optik soll diesen Trend nun konservieren.

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