Ford Mondeo SCi: Direkter Druck - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ford Mondeo SCi Direkter Druck

Ein neues Kürzel steht am Kofferraumdeckel des Ford Mondeo: SCi steht für Smart Charge Injection und meint einen neuen 1,8-Motor mit Benzin-Direkteinspritzung. Damit ist Fords Mittelklassebaureihe sparsamer und dynamischer unterwegs, wie wir erfahren durften.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Hersteller:Ford
Typ:Mondeo 1.8 SCi
Karosserie:Limousine
Motor:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.798 ccm
Leistung PS:130 PS
Leistung kW:96 kW
Drehmoment:175 Nm
Von 0 auf 100:10,6 Sek.
Höchstgeschw.:207 km/h
Verbrauch (ECE):7,2 Liter
CO2-Ausstoß:171 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:500 Liter
Versicherung (HP):18 €
Versicherung (TK):30 €
Versicherung (VK):18 €
Preis:22.450 €

Vorausgesetzt, der Fahrer beteiligt sich mittels Sechsganggetriebe an der Arbeit. Im unteren Drehzahlbereich reagiert die 130-PS-Maschine noch spontan und munter auf jede Gaspedalbewebung. Damit lässt es sich auch im Stadtverkehr bei Tempo 50 problemlos mitschwimmen. Passiert man allerdings das Orteingangsschild und beschleunigt auf der Landstraße, heißt es fleißig schalten, um auf Tempo zu kommen. Was den Spareffekt, den die Technik der Benzin-Direkteinspritzung auszeichnet, wiederum zunichte macht. Denn der wird nur im so genannten Teillastbereich erzielt, also bei niederen Drehzahlen oder verhaltener Fahrweise. Das ist anhand der angegebenen Durchschnittsverbräuche deutlich zu sehen. Der soll in der Stadt bei 9,9 Liter liegen. Der herkömmliche Vierzylinder-Benziner gleichen Hubraums steht hier mit 11,3 Liter in der Liste, obwohl dieser fünf PS schwächer ist. Im außerstädtischen Zyklus hingegen sind die Werte mit 5,7 bzw. 5,6 Liter nahezu identisch. Im gesamten EU-Mix fällt die Sprit-Bilanz zugunsten des Benzin-Direkteinspritzers aus. Mit 7,2 Liter benötigt er gut einen halben Liter Supersprit weniger auf 100 Kilometer als sein konventioneller Bruder.Dennoch entfaltet der SCi spürbar mehr Druck. Das zeigt sich nicht nur beim Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h, den der Direkteinspritzer 0,3 Sekunden schneller absolviert, sondern auch im Durchzugsvermögen. 175 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen bei 4250 Umdrehungen an. Damit ist man schon recht flott unterwegs - vorausgesetzt, man hat die Beschleunigungsphase absolviert und den sechsten Gang erreicht. Der ist mit seiner langen Übersetzung als Spargang ausgelegt, um den Motor möglichst im verbrauchsgünstigen Modus arbeiten zu lassen. Aber nicht unter der Motorhaube gibt es Neuigkeiten. Auch äußerlich und im Interieur hat Ford seine Mittelklasse-Baureihe flott gemacht. Ein neuer Grill mit Chromumrandung, neue Stoßfänger mit trapez-förmigen Nebelscheinwerfern, größere Außenspiegel, Rückleuchten mit gesteigerter Brillanz und eine neues Design für die Leichtmetallräder lassen den Mondeo hochwertiger erscheinen. Gleiches gilt für den Innenraum, in dem neue Farben und griffsympathische Materialien verbaut wurden sowie je nach Ausstattungslinie Leder, Alcantara, Holz oder Chrom Premium-Feeling verströmt. Unverändert gut sind die Fahrwerksqualitäten, die neuerdings durch ein serienmäßiges ESP unterstützt werden. Der Wagen ist nach wie vor straff, aber ausreichend kommod gefedert und bietet zusammen mit dem laufruhigen Motor einen hohen Langstreckenkomfort. Dazu tragen nicht zuletzt die neuen klimatisierten Vordersitze (260 Euro) bei, die an kalten Tagen aufheizen und im Sommer für angenehme Kühle sorgen.

Mehr lesen über