Ford Streetka: Ka-Priolen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ford Streetka Ka-Priolen

Der Erfolg des neuen Mondeo hat den Kölnern Mut gemacht. Jetzt wagen sie sich wieder ins Rampenlicht - mit dem "Ghia Streetka" - ein sportlich gestyltes Konzeptfahrzeug auf Basis des kleinen Ford Ka.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der knapp geschnittene Roadster wurde laut Ford-Diktion als "trendiges Lifestyle-Modell bewusst auf die Produktwünsche vorwiegend jüngerer Kunden zugeschnitten". Soll heißen: zwei Sitze, wenig Kofferraum, geringe Alltagstauglichkeit, dafür aber jede Menge optische Reize aus dem Fundus der aktuellen Designströmungen. Wie beispielsweise die kreisrund gestylten Radhäuser, die an den Audi TT erinnern. Ebenso gehört der verschwenderische Einsatz von Aluminium zum aktuellen Styling modischer Sportwagen. Und das mittig platzierte Auspuffendrohr ist auch schon am Heck des Opel Speedster zu sehen.

Auf das trendige Klappdach à la Mercedes SLK oder Peugeot 206 CC hat Ford jedoch zu Gunsten eines Kofferraums - und wohl auch um die Kosten im Zaum zu halten - verzichtet. Über den Köpfen der Insassen öffnet und schließt stattdessen ein klassisches Stoffverdeck, das komplett unter einem Karosseriedeckel verstaut werden kann.

Unter der Stoffmütze überrascht der Streetka hingegen mit originellen Gimmicks, wie einer Armaturentafel aus transparentem Kunststoff oder die von Hand drehbaren Instrumentenanzeigen. "Der Ka war für uns das ideale Fahrzeug für die Entwicklung dieses Cabriolets", erklärt Filippo Sapino, Chef der Ghia-Designschmiede, die den Streetka auf die 17-Zoll-Räder stellte.

Um ihn ins Rollen zu bringen, haben die Entwickler Motor und tiefer gelegtes Fahrwerk des Ford Puma in den Streetka transplantiert. Das 1,7-Liter Triebwerk leistet dort 125 PS (92 kW) und verhilft bereits dem kleinen Ford-Sportcoupé zu Sprüngen über die 200-km/h-Marke. Entsprechende Fahrleistungen wird der Streetka auf der Straße zeigen können.

Wenn er denn auf die Straße kommt. Nicht ganz so mutig wie die Designer mit ihrem Entwurf sind nämlich die Entscheidungsträger im Ford-Vorstand. "Noch ist nicht entschieden, ob und wann das Fahrzeug in Serie geht", sagt Vertriebsvorstand Bernhard Mattes.

Das Schicksal des Opel Speedsters, der seit zwei Jahren von Messe zu Messe gereicht wird und jetzt erst im nächsten Jahr in verschwindend geringer Stückzahl auf den Markt kommt, soll dem Ford Streetka allerdings erspart bleiben. "Der Streetka ist ein Imageträger für Ford, und der sollte dann auch mit entsprechendem Volumen auf der Straße zu sehen sein", verspricht der Ford-Vertriebschef.