Formel 1-Feeling Vision SLR Roadster
Es ist ein kleines Vermögen, das ein Käufer auf den Tisch legen muss, um einen SLR Roadster sein Eigen nennen zu können. Zum Preis eines Einfamilienhauses wollen die Stuttgarter ihren neuen Star an den Mann bringen. Für rund 500.000 Mark bekommt man jede Menge Technik und garantierte Aufmerksamkeit mitgeliefert. Das 557 PS V8-Kompressor-Triebwerk beschleunigt den Nobelwagen in 4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer; bis zu den 200 muss man allerdings 11,3 Sekunden warten und die G-Kräfte aushalten. Wem das noch nicht reicht, der kann versuchen, eine freie Strecke zu finden, damit die 320 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit mal ausgetestet werden können. Nun wäre es ärgerlich, wenn die Leistung des SLR Roadsters durch unruhiges Fahrverhalten gestört würde. Doch auch hier haben die Ingenieure eine Lösung gefunden. Ein aerodynamischer Diffusor im Heck sorgt dafür, dass die Strömung am Hinterteil des Supersportwagens nicht abreißt. Die aus der Formel 1 stammende Technik leitet die Luft am SLR entlang und baut einen angeglichenen Anpressdruck an der Hinterachse auf, die es mit ruhigem Lauf dankt. Das ist jedoch nicht das einzige Datail, das der Formel 1 abgeguckt wurde. Ähnlich wie bei McLaren ist die Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser-Werkstoffen gebaut. Der Vorteil liegt laut Mercedes auf der Hand: rund 40 Prozent weniger Gewicht gegenüber herkömmlichen Stahlkonstruktionen.
Auch beim Design haben die Konstrukteure sich an die Formel 1 angelehnt. "Statt der gewohnten Mercedes-Kühlermaske ragt die pfeilförmige Spitze der Formel-1-Silberpfeile von Mika Häkkinen und David Coulthard aus der Mitte der Motorhaube", heißt es in der Pressemappe. Aber ansonsten preist Mercedes das Design als in der Tradition der SL und SLR aus den Fünfzigern an. Selbstverständlich sind bei dieser Traditionspflege nicht die Flügeltüren der Autolegenden vergessen worden. Am Ende des Jahrtausends sorgen aber kleine Motoren, die per Fernbedienung gesteuert werden, dafür, dass die Türen um 75 Grad seitlich nach oben aufschwingen. Ein weiterer Clou des Roadsters ist das Verdeck. Sollte es einmal geschlossen werden müssen, sitzt der Fahrer noch lange nicht im Dustern. Das Material lässt das Licht hindurch, so dass selbst bei geschlossenem Verdeck das vermeintliche Gefühl von grenzenloser Freiheit gewährleistet ist.