"Hightech"-Modelle von Seat Unvernünftige Gefühle wecken
Das spanische Rezept: Unvernünftige Gefühle sollen die neuen Referenz-Modelle wecken, die sich quer durchs Modellprogramm ziehen.
Zu Seats sportlicher "Hightech"-Truppe zählen neben dem Arosa 1,4 TDI mit 75 PS starkem Dreizylinder, den Top-Versionen des Toledo mit neuem 150 PS-TDI-Triebwerk (kommt zur IAA im September) und V5-Benziner (170 PS) sowie der Großraumlimousine Alhambra mit 2,8-Liter-V6-Motor (204 PS) vor allem die Cupra-Varianten von Ibiza, Cordoba und Leon.
Cupra steht für "Cup-Racing", und tatsächlich zeichnen sich diese Top-Modelle vor allem durch hochgezüchtete Triebwerke mit entsprechender Renntechnik aus, wobei sie optisch relativ dezent daherkommen, weil sie auf Spoilerwerk und Krawall-Optik weitgehend verzichten. Um die Erfahrungen aus dem Rallye-Sport auf Straßenfahrzeuge zu übertragen und ihren Kunden den letzten Kick zu geben, hat Seat in Spanien dafür eigens ein Entwicklungs- und Fertigungszentrum errichtet.
Erstes Produkt dieses Technik-Transfers ist der Ibiza Cupra R, eine Straßenversion des Motorsportlers, mit dem Seat in den vergangenen Jahren einige Rallye-Pokale abgeräumt hat. Was allerdings auf Sand- und Wüstenpisten Gewinn-Vorteile bringt, wird auf Asphalt schnell zur reinen "Bußgeldmaschine".
Denn wer die teuren "Passfotos" vermeiden will, sollte den 180 PS starken Turbomotor ebenso wie das Tachometer nie aus den Augen lassen. Schneller als die Polizei erlaubt erledigt der bis dato rasanteste Seat die Sprintprüfung von 0 auf 100 km/h in 7,2 Sekunden. Bis zur Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h dauert es auch nicht wesentlich länger. Für den umgekehrten Weg sorgt eine Bremsanlage des Formel-1-Lieferanten Brembo. Dazwischen hält ein härter ausgelegtes Fahrwerk und eine größere Spurweite die 52.289 Mark teure Renn-Semmel auf der Straße, von der - vielleicht auch besser so - Seat insgesamt nur 200 Exemplare herstellen will.
Etwas mehr sollen es beim "normalen" Ibiza Cupra werden, schon allein weil er rund 16.000 Mark weniger kostet (36.594 Mark). Auch unter dessen Haube schlägt, ebenso wie bei der gleich teuren Stufenheck-Version Cordoba Cupra, ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo, der allerdings "nur" 156 PS aus den 1781 Kubikzentimeter großen Brennkammern schöpft. In jedem Fall immer noch genug Kraft, um den Wagen aus dem Stand in 7,8 Sekunden an die 100 km/h-Marke zu beschleunigen.
Größter und stärkster Motor im Cupra-Club ist der bereits aus dem VW Bora bekannte V6-Motor mit 204 PS, der in Seats Bestseller Leon zum Einsatz kommt. Wie auch schon beim Wolfsburger Bruder wird die Kraft des Motors in dem spanischen Kompaktwagen über ein Sechsgang-Getriebe sowie elektronisch gesteuertes Allradsystem auf alle vier Räder verteilt.