Hyundai Coupé Im dritten Anlauf
Und diesmal könnte es was werden. Schon auf den ersten Blick macht der 2+2-Sitzer mehr Eindruck als seine Vorgänger. "Das Coupé ist erwachsen geworden", sagt Hyundai-Deutschland Geschäftsführer, Karl-Heinz Engels. Womit nicht nur die knapp fünf Zentimeter in der Länge und drei Zentimeter in der Breite sowie der auf 2,53 Meter gewachsene Radstand gemeint sind.
Die unschönen Blechwulste in der Karosserie, die noch den Vorgänger auszeichneten, haben die koreanischen Designer beim neuen Hyundai Coupé ausgebügelt. Klar konturierte Flächen und markante Linien und Kanten prägen jetzt die äußere Erscheinung. Unverhohlen griffen sie dabei teilweise sogar ganz frech in die europäische Formenkunde, etwa wenn man die Lüftungskiemen hinter den vorderen Radhäusern betrachtet , die an Ferrari erinnern oder die Alu-umrandete Schaltbox, die so ähnlich auch im Audi TT zu sehen ist.
"Emotionen", so hat Hyundai erkannt, solle ein Sportwagen wecken. Und dafür eignen sich graue Plastiklandschaften eben nur bedingt. Den gleichen Effekt haben auch allerlei Alu-Applikationen, die (zumindest in der stärkeren V6-Version) rund um den Fahrerplatz zu finden sind.
Wie sehr die Designer ihrem Spieltrieb frönten, zeigt die "Newtonmeter-Anzeige" in der Mittelkonsole. Wie so etwas funktioniert und was das überhaupt soll, wusste bei Hyundai Deutschland auch niemand so recht zu erklären. "Eigentlich verzichtbar", sagt Kundendienstleiter Uwe Wazal. " Aber drei Anzeigen sehen halt schöner aus als zwei".
Gewachsen ist der Wagen aber vor allem unter der Haube. Dort treibt neben dem bekannten 2-Liter-Vierzylinder mit 100 kW (136 PS) nun auch ein 2,7-Liter-V6-Motor deutlich hörbar sein sportliches Wesen. 123 kW (167 PS) sind gut für eine Beschleunigung von 8,2 Sekunden aus dem Stand und eine Spitze von 220 km/h. Erstmals kommt auch ein Sechsgangschaltgetriebe zum Einsatz, das jedoch etwas präziser sein dürfte. Auf Wunsch (1330 Euro) gibt's für beide Motoren auch eine Vierstufen-Automatik.
| Hersteller: | Hyundai |
|---|---|
| Typ: | Coupé 2.7 V6 GLS |
| Karosserie: | Sportwagen/Coupé |
| Motor: | V6-Benziner |
| Hubraum: | 2.656 ccm |
| Leistung PS: | 167 PS |
| Leistung kW: | 123 kW |
| Drehmoment: | 245 Nm |
| Von 0 auf 100: | 8,2 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 220 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 10,4 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 246 g/km |
| Kraftstoff: | Normal |
| Kofferraum: | 312 Liter |
| Versicherung (HP): | 19 € |
| Versicherung (TK): | 36 € |
| Versicherung (VK): | 27 € |
| Preis: | 25.490 € |
Als Stolpersteine für die 2500 Fahrzeuge, die Hyundai in diesem Jahr in Deutschland absetzen will, könnten sich allerdings die Preise entpuppen. Denn bei einem Basispreis von 21.790 Euro für das Zweiliter-Coupé und 25.490 Euro in Verbindung mit dem Sechszylinder könnte die Emotion schnell wieder der Vernunft weichen. Daran ändert auch die Tatsache nicht, dass beide Triebwerke mit Normal-Benzin betankt werden.
Milde gestimmt wird der Käufer immerhin durch eine umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung. Die umfasst unter anderem Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags, ABS, Traktionskontrolle, pyrotechnischen Gurtstraffern- und Gurtkraftbegrenzern. Außerdem gibt es Servolenkung, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Lederlenkrad und -Schaltknauf, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, Radiovorbereitung mit vier Lautsprechern und zwei Hochtönern sowie Leichtmetallfelgen.
Beim V6 ist das für den 2,0-Liter optional erhältliche Comfort-Paket bestehend aus Klima-Automatik, Tempomat und Ledersitzen mit Sitzheizung vorne bereits im Preis integriert. Allerdings gibt es ESP oder Kopfairbags in keiner der beiden Versionen, weder für Geld noch gute Worte.