Hyundai Santa Fe Dicke Backen
Das klingt nach Sport und Roadster, und mit beidem hat der Santa Fe in etwa so viel zu tun wie die gleichnamige Hauptstadt des US-Bundesstaates New Mexico mit Bottrop, wo das Auto jetzt vorgestellt wurde. Trotzdem ist das Wort clever gewählt, denn Hyundai will in Deutschland endlich als "werthaftige" Marke anerkannt werden, wie Kommunikationschef Dirk Eickmeier erläutert. Der Santa Fe soll dazu beitragen, das Image vom Billiganbieter aus Korea loszuwerden.
Eickmeier meidet deshalb das Wort "billig" und spricht lieber von Fahrzeugen, die in ihrem "Preis-Leistungs-Verhältnis im Höchstmaß attraktiv sind". Das trifft sicher auch auf den Neuen zu: Die Ausstattung ist ordentlich, die Technik okay und die Preise dennoch moderat.
35.990 Mark kostet das frontgetriebene Modell mit dem 2,4-Liter-Vierzylinder, der 146 PS (107 kW) leistet. Mit diesem Auto waren wir bei der Fahrvorstellung unterwegs. Der Santa Fe mit dem gleichen Motor, aber permanentem Allradantrieb, wird für 43.990 Mark angeboten. Und der Allradler mit 2,7-V6-Maschine (173 PS/127 kW) kostet 49.990 Mark. Damit ist der Santa Fe günstiger als Konkurrenten wie der Suzuki Grand Vitara, der Honda CR-V oder der Toyota RAV 4, doch er soll bloß nicht als "Billigheimer" daherkommen.
Also wurde viel Wert auf das Äußere gelegt. In Hyundais kalifornischem Designstudio entstand die Karosserieform mit den Hamsterbacken, den wulstigen Wölbungen der vorderen Kotflügel.
Das wirkt etwas grobschlächtig (cW-Wert 0,39), aber auf jeden Fall eigenständig, was vom schlicht und etwas plump geratenen Heck nicht gesagt werden kann. Dafür wird über die große Klappe ein reichlich bemessener Stauraum zugänglich. Insassen vermittelt das Auto ein großzügiges Raumgefühl. Die Oberfläche der Mittelkonsole sieht fein aus und fühlt sich gut an, gleiches gilt für die drei großen Drehschalter für Lüftung und Heizung; das Cockpit dagegen ist etwas bieder geraten. Und die hinteren Sitze sind zu niedrig, um dort als Erwachsener bequem über längere Strecken auszuharren.
Gut ist man jedoch auf dem Fahrerplatz aufgehoben. Die Übersicht ist klasse, das Gefühl, den Wagen im Griff zu haben, stellt sich rasch ein. Behilflich dabei sind die gut abgestimmte Servolenkung und der spontan ansprechende Motor. Wer flott beschleunigt, muss zwar das laute Knurren und Brummen der Maschine hinnehmen, doch bei moderaten Drehzahlen pendelt sich das Motorengeräusch auf einen Normalwert ein. Der Santa Fe ist ziemlich straff abgestimmt, wer zügig über eine betagte Autobahn fährt, wird kräftig durchgerüttelt. Ein "Sportsroader" ist eben nicht mit einem "Komfortroader" zu verwechseln. Obwohl Hyundai betont, der Wagen sei zwar einigermaßen geländegängig, im Wesentlichen aber für den Einsatz auf befestigten Straßen ausgelegt.
Deshalb gibt es Einzelradaufhängung und die übliche Pkw-Ausstattung. Dazu gehören zum Beispiel ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, je zwei Front- und Seitenairbags vorne, ein separat zu öffnendes Heckfenster mit Scheibenwischer, elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, höhenverstellbaren Fahrersitz sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Ab 9. März wird der Santa Fe in Deutschland verkauft. Hyundai rechnet mit 5000 Exemplaren, die 2001 hier zu Lande ausgeliefert werden. Eine wichtige Rolle im Modellmix dürfte die Variante mit dem Common-Rail-Turbodiesel-Motor werden, den die Koreaner noch im Frühjahr für den Santa Fe anbieten wollen.
| Hersteller: | Hyundai |
|---|---|
| Typ: | Santa Fe GLS |
| Karosserie: | Geländewagen/Pickup/SUV |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 2.351 ccm |
| Leistung PS: | 146 PS |
| Leistung kW: | 107 kW |
| Drehmoment: | 200 Nm |
| Von 0 auf 100: | 11,7 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 178 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 9,8 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 232 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 469 Liter |
| umgebaut: | 875 Liter |
| Versicherung (HP): | 21 € |
| Versicherung (TK): | 31 € |
| Versicherung (VK): | 22 € |
| Preis: | 18.401 € |