Hyundai Tucson Trend zum SUV
"Optimistisch wie ich bin", sagt Hyundai-Deutschland-Geschäftsführer Karl-Heinz Engels, "sind 45.000 Neuzulassungen in 2004 möglich." Was einem Marktanteil von rund 2,2 Prozent entspräche. Damit reiht sich der deutsche Importeur nahtlos in die Wachstumsraten der Koreaner in Gesamteuropa ein. Hier rechnet Hyundai mit einer Steigerung der Neuwagenverkäufe um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Zahlen heißt das 350 000 Neuzulassungen. "Wichtig ist, die richtigen, also die wachstumsstärksten Segmente mit neuen Fahrzeugen zu besetzen", formuliert Engels die Strategie der Koreaner. Was nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig ist. Denn hinzu kommt, wofür Koreaner allgemein und also auch Hyundai im Besonderen bekannt ist: ein "sehr kundengerechtes Preis-/Wertverhältnis".
Soll heißen: Autos mit Standardtechnik und ordentlicher Ausstattung für kleines Geld. Was sich selbstverständlich in wirtschaftlich klammen Zeiten besonders gut verkauft. So ein Modell ist auch der neue Hyundai Tucson. Wie sein großer Bruder Santa Fé, den Hyundai in Deutschland immerhin zu seinen meistverkauften Modellen zählt, reitet der so genannte Softroader auf dem Trend zum SUV. Von diesen hochbeinigen Allradlern, die zwar aussehen wie Geländewagen, aber selten bis nie abseits der Straße fahren, wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland 160.000 Autos zugelassen.
Gefragt sind sie vor allem wegen der hohen Sitzposition, der Übersicht und dem variablen Laderaum. All das besitzt der 4,33 Meter lange Tucson auch. Dazu einen 2,63 Meter langen Radstand und kurze Karosserieüberhänge, wodurch trotz seiner kompakten Erscheinung großzügige Platzverhältnisse im Innenraum entstehen. Vorne wie hinten können vier groß gewachsene Passagiere kommod sitzen. In dieser Konstellation fasst der Kofferraum 325 Liter. Werden die asymmetrisch teilbare Rücksitzbank und -lehnen komplett umgelegt, können auf der ebenen Ladefläche bis zur Unterkante der Seitenfenster 805 Liter gestapelt werden.
Cockpit und Interieur reißen mit schwarz-grauer Plastik-Optik zwar nicht vom Hocker, sind aber funktionell und übersichtlich gestaltet. Instrumente sind sinnvoll angeordnet und es gibt zahlreiche Ablagen in den Türen, in der Mittelkonsole, unter dem Beifahrersitz, an den Rückseiten der Vordersitze sowie ein großes Handschuhfach. Aufmöbeln lässt sich das Ganze mit einer Lederausstattung inklusive Sitzheizung ab 1800 Euro. Ansonsten werden die Koreaner mit der üppigen Ausstattung ihrem Ruf gerecht.
| Hersteller: | Hyundai |
|---|---|
| Typ: | Tucson 2.0 CRDi |
| Karosserie: | Geländewagen/Pickup/SUV |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 1.991 ccm |
| Leistung PS: | 113 PS |
| Leistung kW: | 83 kW |
| Drehmoment: | 245 Nm |
| Von 0 auf 100: | 13,1 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 168 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 7 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 186 g/km |
| Kraftstoff: | Diesel |
| Kofferraum: | 325 Liter |
| umgebaut: | 805 Liter |
| Versicherung (HP): | 19 € |
| Versicherung (TK): | 18 € |
| Versicherung (VK): | 21 € |
| Preis: | 21.290 € |
Schon im Basismodell (Zweiliter-Benziner mit 141 PS und Frontantrieb) ab 18.390 Euro sorgen elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, Türeinstiegsleuchten, höhen- und neigungsverstellbarer Fahrersitz, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Cupholder vorne und hinten, Radiovorbereitung mit sechs Lautsprechern, Zwölf-Volt-Steckdosen in Mittelkonsole und Gepäckraum für Komfort an Bord. Dazu kommen 215er-Reifen auf Alu-Felgen und eine Dachreling. Alle Allradvarianten (ab 21.890 Euro) besitzen außerdem eine Traktionskontrolle, beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer und Klimaanlage.
Das V6-Topmodell (25.890 Euro) fährt serienmäßig mit Automatikgetriebe, Klimaautomatik und Tempomat. Keine Unterschiede gibt es bei der Sicherheitsausrüstung, die aus ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Front-, Seiten- und durchgehenden Vorhangairbags besteht. Erst ab Dezember wird Hyundai ein ESP-System anbieten können - gegen Aufpreis und nur für die Allradversionen.
Vermisst haben wir das elektronische Stabilitätsprogramm bei unseren Testfahrten allerdings nicht. Abgesehen von schnell gefahrenen Kurven, in denen die Karosserie wegen ihres hohen Schwerpunkts leichte Unsicherheiten zeigt, hält der automatisch zuschaltende Allradantrieb sicher die Spur. Im Normalmodus halten dabei die Vorderräder den Wagen in Bewegung. Wird der Untergrund schlüpfrig, verteilt das System die Antriebskraft automatisch bis zu 50 Prozent auf die Hinterräder. Hinzu kommt, dass die drei angebotenen Motoren nicht gerade als Temperamentsbündel zu bezeichnen sind. Selbst der 175 PS (129 kW) starke Sechszylinder im Tucson 2.7 V6 hinterließ einen müden Eindruck, was nicht zuletzt an der unruhig schaltenden Vierstufen-Automatik liegt.
Am besten gefiel uns der 2.0 CRDi Common-Rail-Turbodiesel, der trotz seiner nominal eher geringen Leistung von 113 PS (83 kW) und 245 Newtonmeter maximalem Drehmoment recht ordentlich nach vorne schiebt. Und dazu noch mit einer deutlich spürbaren Laufruhe und nur sieben Liter Diesel im Durchschnitt glänzt. Allein die Abgaszertifizierung nach Euro 3 trübt am Ende den sauberen Eindruck. Die Motoren würden laut Hyundai erst im kommenden Jahr auf Euro 4 umgestellt. Und auch ein Partikelfilter läge zwar fertig in der Schublade, müsste aber "mit rund 500 bis 700 Euro" Aufpreis berechnet werden. Womit das "kundengerechte Preis-/Wertverhältnis" selbstverständlich schwer ins Wanken geraten würde.