Keinath GT/C: Schwäbisch- hessischer Exot - DER SPIEGEL
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Keinath GT/C Schwäbisch- hessischer Exot

Porsches glänzende Absatzzahlen sorgen zwar für Zufriedenheit in Zuffenhausen, doch noch nie waren Porsche-Sportwagen so wenig exklusiv wie im Augenblick. Da kommen sportliche Exoten wie der Keinath GT/C gerade recht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei dem Auto mit dem wenig klangvollen Namen handelt es sich um ein Sportcoupé aus der deutschen Provinz. Die Automobilbaufirma Keinath aus Reutlingen und das Unternehmen EDAG Engineering + Design aus Fulda haben sich zusammengetan, um einen Wagen mit klassischen Proportionen auf die 17-Zoll-Leichtmetallräder zu stellen. Während das Unternehmen aus der hessischen Rhön das Design des Fahrzeugs entwarf und Karosserieteile beisteuert, wird der Wagen bei Keinath im Schwabenland zusammengebaut. Das geschieht vornehmlich in Handarbeit.

Rund 30 Stück, so die Planung, sollen pro Jahr produziert werden; die ersten Fahrzeuge werden voraussichtlich im Sommer ausgeliefert. Einige Vorbestellungen, heißt es in Reutlingen, lägen bereits vor. Gezeigt wurde der Wagen erstmals beim Auto-Salon in Genf.

Beeindruckend an dem 4,28 Meter langen und 1,23 Meter hohen Fahrzeug ist vor allem die schlichte Schönheit, die es ausstrahlt. Da ist nichts Nervöses oder Protziges oder Auffälliges. Alles fügt sich logisch zueinander, und die Formensprache ist so klar, dass man sich wundert, warum es genau dieses Auto nicht schon längst gibt. Immerhin ist der Motor ein alter Bekannter: Es handelt sich um das 3,2-Liter-V6-Aggregat von Opel, das 220 PS (163 kW) leistet und in knapp 7 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit geben die Hersteller mit 248 Stundenkilometern an; über den Spritverbrauch des 1,3 Tonnen schweren Sportwagens allerdings gibt es keine Informationen.

Derzeit laufen noch Verhandlungen mit drei Anbietern von V8-Motoren, damit der Keinath GT/C in Zukunft auch gehobenen Leistungsansprüchen genügen kann. Der Wagen mit V8-Motor, so heißt es jedoch streng vertraulich, werde nicht vor dem Spätherbst verfügbar sein.

Muss ja auch nicht, denn zunächst müssen erst ein paar von den "normalen" Autos verkauft werden. Das dürfte nicht leicht fallen, denn immerhin kostet der Keinath GT/C 178.000 Mark. Ein stolzer Preis für einen Zweitürer mit zwei engen Extraplätzen im Fond. Andererseits dürfte das Auto kein allzu großes Loch im Portemonnaie der anvisierten Klientel hinterlassen, die zuvor mit Porsche und Konsorten geliebäugelt hat. Die Kunden bekommen einen Wagen der Exklusivität verspricht.