Konzeptauto Kion: Spielmobil - DER SPIEGEL
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Konzeptauto Kion Spielmobil

Die Firma Johnson Controls, einer der weltweit größten Zulieferer von Auto-Innenausstattungen, blickt in die Zukunft der Interieurgestaltung. Das Vehikel dazu ist das Konzeptfahrzeug Kion. Ein Kompaktmodell mit Wohnzimmercharakter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Wagen soll, so Johnson Controls, einen Innenraum der übernächsten Fahrzeuggeneration vorstellen.

"Wir haben untersucht, wie die Menschen in Zukunft wohnen, leben, arbeiten und ihre Freizeit gestalten werden", erläutert Entwicklungschef Thomas Patzelt die Vorgehensweise der Designer und Techniker in Massiefen bei Burscheid.

Dass man mit Autos, egal ob sie Kion oder sonst wie heißen, auch in Zukunft vielleicht einfach "nur fahren" möchte, scheint beinahe in Vergessenheit zu geraten.

Multimedia, Vernetzung und Kommunikation heißen die Schlüsselbegriffe, mit deren Hilfe sich eine Zukunftswelt erschließt, in der auch die letzten Minuten des Alltags "möglichst sinnvoll genutzt werden", wie es im Text zu der Studie heißt.

Damit das funktioniert, werden Autos wie der Kion vollgestopft mit Computern, Monitoren, Joysticks und Tastaturen, um jederzeit im Internet surfen, arbeiten, Video gucken, e-mailen oder telefonieren zu können.

Im Mittelpunkt des Kion-Innenraums "befindet sich das elektronische und soziale Zentrum", so Johnson Controls. "Wie in einem klassischen Wohnraum kommen hier alle an einem Tisch zusammen."

Virtuell versteht sich, denn natürlich sitzen Fahrer und Passagiere da, wo sie auch heute schon in Autos sitzen.

Weil Gespräche unter den Fahrgästen offenbar nicht oder nur gelegentlich vorgesehen sind, verfügt jeder Passagier - der Fahrer hat sich ja um das Vorwärtskommen zu kümmern - über eine Säule, die dank Display, Mikrofon, Lautsprechern und Anschlüssen für Laptop oder elektronisches Notizbuch zum Hightech-Pfeiler hochgerüstet werden kann.

Gute Ideen sind an der Instrumententafel des Kion verwirklicht: Das Beifahrer-Cockpit bietet drei Staufächer, die jeweils einzeln heraus- und mitgenommen werden können. In der Mitte der Armaturentafel lässt sich ein kleiner Tisch mit Becherhaltung herausklappen.

Die Farben des Konzeptinnenraums sind hell und freundlich, das Design einiger Details wirkt, als seien vor allem Alessi-Fans an der Gestaltung beteiligt gewesen. Dadurch stellt sich eine verspielte, niedliche Atmosphäre ein.

Der Autoinnenraum wird so zum krassen Gegensatz des rauen Straßenverkehrsalltags. Aber vielleicht bleiben Autos wie der Kion künftig eh häufiger auf dem Parkplatz stehen, und die Fahrt wird stattdessen virtuell unternommen. Das spart auf jeden Fall schon mal Benzin.

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