Lincoln MK9 Coupé: Hope and Glory - DER SPIEGEL
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Lincoln MK9 Coupé Hope and Glory

Der Wagen soll ein Wegweiser in die Zukunft sein. Bei der New York Auto Show präsentiert Lincoln, die US-Luxusmarke des Ford-Konzerns, die Coupé-Studie MK9. Das erste Modell einer neuen Designrichtung bei den Amerikanern.
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Seine Aufgabe sei es gewesen, ein Auto von "zeitloser Eleganz" zu gestalten, sagt Lincoln-Design-Direktor Gerry McGovern. Nun steht der Wagen unter der Bezeichnung MK9 Coupé auf dem Lincoln-Messestand in New York.

Lange Luxuskarosse

Das 5,26 Meter lange Auto funkelt in Brillantschwarz, die enorme Länge der Karosserie wird durch eine sich über die gesamte Schulterlinie hinziehende Chromleiste noch betont. Große Räder, wuchtige Leuchten an Front und Heck und eine durch und durch Eleganz und Überfluss ausstrahlende Silhouette charakterisieren die Studie.

Chefdesigner McGovern, der bis 1999 bei Land Rover eher klobige Geländewagen gestaltete, hat offenbar Spaß an seiner neuen Aufgabe, eine neue Designsprache für Lincoln zu entwickeln. Der Kreative besann sich auf die Wurzeln der Marke, die vor allem durch das 1940 vorgestellte Modell Lincoln zu Weltruf kam. Architekt Frank Lloyd Wright nannte das Auto damals den "schönsten Wagen der Welt". Außerdem war das Fahrzeug das erste Automobil, das vom Museum of Modern Art in New York ausgezeichnet wurde.

Modelle alterten mit der Kundschaft

Von diesem Straßenkreuzer-Ruhm der ausladenden, typisch amerikanischen Formen zehrte Lincoln über Jahrzehnte. Allerdings alterten die Modelle mit der Kundschaft. Typische Lincoln-Fahrer waren bis vor wenigen Jahren in aller Regel 60 Jahre oder älter, eher konservativ und eher auf Komfort denn auf Sportlichkeit oder Dynamik bedacht. Das aktuelle Limousinen-Modell, das Lincoln Town Car, entspricht exakt diesem Anforderungsprofil.

Erst sehr spät reagierte Lincoln auf neue Modellmoden und präsentierte vor drei Jahren endlich mit dem Navigator einen Geländewagen (SUV) und im vergangenen Jahr mit dem LS Sport Sedan eine etwas flotter gestylte Limousine. Prompt änderte sich die Kundenstruktur: Das Durchschnittsalter der Käufer dieser beiden Fahrzeugmodelle sank auf etwas mehr als 50 Jahre; zudem konnte die Mehrzahl dieser Kunden von anderen Marken gewonnen werden.

So amerikanisch wie möglich und so international wie nötig

Mit der Coupé-Studie, die Vorbote eines neuen Lincoln-Fahrzeugs ist, soll dieser Trend weitergeführt und möglichst verstärkt werden. So amerikanisch wie möglich und so international wie nötig - das sind die neuen Maximen der Formgebung bei Lincoln. Das MK9 Coupé schwelgt regelrecht in diesen Direktiven. Zum ausladenden Äußeren kommt ein sehr cool gehaltener Innenraum, in dem der Fußraum mit kirschrotem Sattelleder ausgeschlagen ist und die Ledersitze in "Marlboro Rot" gehalten sind. Das Gestühl für Fahrer und Beifahrer ist übrigens dem Eames Lounge Chair nachempfunden, einem US-Sessel-Klassiker aus den fünfziger Jahren.

Über die Technik des MK9 gibt es bislang keine Informationen. Es dürfte auch nicht weiter schwer fallen, geeignete Komponenten aus dem Fundus der Ford Premier Automotive Group (PAG) zu besorgen, deren Chef Wolfgang Reitzle ist. Mit dem Showcar in New York will Lincoln vor allem ein Signal setzen: Hier schickt sich neben Cadillac eine zweite US-Luxus-Automarke an, sich als Hersteller zeitgemäßer Edelkarossen zu etablieren. Der Weg zu diesem Ziel allerdings ist noch weit.