Lupo GTI: Die Bußgeld-Maschine - DER SPIEGEL
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Lupo GTI Die Bußgeld-Maschine

Drei-Liter-Lupo und 1001-PS-Bugatti - für VW-Chef Ferdinand Piëch kein Widerspruch. In Volkswagens Angebot findet alles seinen Platz. Mit dem Lupo GTI zeigt VW, dass mit der Leichtbauweise nicht nur Sprit gespart werden kann.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aluminium machts möglich. Was den Lupo 3L TDI zum ersten Drei-Liter-Auto werden ließ, bringt beim stärksten Vertreter der Baureihe die letzten Zehntelsekunden beim Asphaltspurt. Durch den reichhaltigen Einbau des Leichtmetalls an Motorhaube, Türen, Kotflügel bringt der Lupo GTI weniger als 980 Kilogramm auf die Waage. Da braucht es dann gar nicht mehr viel Motorkraft, um das Wölfchen hetzen zu lassen. Ein 125 PS starker 1,6-Liter-Vierzylinder reicht aus, um das Top-Modell in 8,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu treiben. Damit nochmal eine halbe Sekunde schneller als der "große" Bruder Polo GTI, der von der gleichen Kraftquelle befeuert wird. Ebenso wie dieser erreicht der Lupo am Ende eine Spitzengeschwindigkeit von 205 km/h.

Viel mehr dürften es auch nicht sein. Wer in dem etwas engen Cockpit Platz genommen hat, sollte nach dem Start jedenfalls den Tacho im Auge behalten, um nicht in die nächste Radarfalle zu tappen. Schon im zweiten Gang reicht ein beherzter Tritt aufs Pedal, um sich ein saftiges Bußgeld einzuhandeln. Um hinterm Ortsausgangsschild von 60 auf 100 km/h zu sprinten, braucht er im fünften Gang nicht mehr als elf Sekunden. Und auf freier Bahn klettert die Nadel mit beängstigender Leichtigkeit weiter über die 200 km/h. Allein die Fahrgeräusche und die knackige Federung lassen niemals Zweifel aufkommen, dass es sich hier um einem Kleinwagen handelt, der für die Stadt und nicht für die Rennstrecke entwickelt wurde.

Obwohl er auch dort sicher keine schlechte Figur machen würde. Die Wolfsburger Fahrwerksingenieure haben sich alle Mühe gegeben, dem GTI-Image gerecht zu werden. Tiefergelegt und mit verbreiterter Spur an der vorderen Antriebsachse hält der schnelle Lupo stur die Richtung, die ihm die direkte Kart-ähnliche Lenkung vorgibt. Auf die relevanten Sicherheitsfeatures wurde, trotz Rücksicht auf alle überflüssigen Pfunde, dabei nicht verzichtet. Serienmäßig an Bord sind ABS und ESP sowie Scheibenbremsen vorn und hinten.

Lederlenkrad, Sportsitze, rote Sicherheitsgurte und Pedale im Alu-Look geben dem Innenraum den sportlichen Trimm. Auch äußerlich verzichtet der Kraftzwerg weitgehend auf Krawall-Kosmetik - wenn man mal von den etwas albernen Doppelendrohren absieht, die unter der Heckschürze hervorlugen. Allein die Spoilerstoßfänger mit integrierten Lufteinlässen, Seitenschweller, ausgestellte Kotflügel, 205er-Breitreifen und Xenon-Scheinwerfer sollten ausreichen, um eine Verwechslung mit seinen harmlosen Brüdern auszuschließen. Auch wenn dazu ein Blick auf die Preisliste genügen würde. 33.640 Mark kostet der Wolf im Schafspelz. Dafür gäbe es auch schon einen Golf mit einigen Extras. Nur ohne das gewisse Extra.

Hersteller:VW
Typ:Lupo GTI
Karosserie:Kleinwagen
Motor:Vierzylinder- Benziner
Hubraum:1.598 ccm
Leistung PS:125 PS
Leistung kW:92 kW
Drehmoment:152 Nm
Von 0 auf 100:8,3 Sek.
Höchstgeschw.:205 km/h
Verbrauch (ECE):7 Liter
CO2-Ausstoß:166 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:130 Liter
Versicherung (HP):17 €
Versicherung (TK):21 €
Versicherung (VK):14 €
Preis:17.200 €