Mazda 3 Golf-Schläger aus Fernost
Zwar spielte der Vorgänger 323 im europäischen Automarkt bislang nur eine kleine Rolle. Dafür aber eine tragende. Seit 1978 hat der Kompaktwagen sich zu einem den erfolgreichsten Japanern entwickelt. In Zahlen bedeutet das: Über 1,9 Millionen 323 konnte der Hersteller aus Hiroshima in Europa verkaufen. In Deutschland wurden bis Juni 2003 773.406 Stück zugelassen. Nach dem Überraschungserfolg des Mittelklässlers Mazda 6 hofft die Ford-Tochter, diese Serie auch in der Kompaktklasse fortzusetzen.
Und wie dieser hat der Mazda 3 nach der neuen Nomenklatur nicht nur zwei Zahlen verloren, sondern auch den biederen Charme seines Vorgängers. Besonders die aggressiv gestaltete Front macht mächtig Eindruck. Die wuchtigen Stoßfänger mit den großen Lufteinlässen fallen ins Auge ebenso wie der charakteristische Fünfpunktgrill, von dem aus sich in eine V-förmig gewölbte Motorhaube erhebt. Betont wird die schwungvolle Linie von kräftig modellierten Kotflügeln und den spitzwinkligen Scheinwerfern, die ums Eck laufen. Das gleiche Formenspiel wiederholt sich am Heck: kräftig ausgestellte Schultern, eine leicht nach hinten gewölbte Heckklappe, ums Eck laufende Rückleuchten sowie einen noch mächtigeren Stoßfänger geben der fünftürigen Fließheck-Version Mazda 3 Sport auch von hinten einen unverkennbaren Ausdruck. Noch in diesem Jahr soll sich eine ähnlich dynamisch gestylte viertürige Limousine hinzugesellen.
Der neu gestaltete Innenraum macht einen guten Eindruck. Die ergonomisch geformten Sitze bieten guten Seitenhalt. Hinter dem Dreispeichen-Lenkrad mit Audio-Fernbedienung liegen gut sichtbar drei tief liegende Rundinstrumente mit Chromumrandung. Daneben eine trichterförmige Mittelkonsole, auf der sich übersichtlich und gut erreichbar ein Anzeige-Display sowie je nach Ausstattungsversion alle Funktionstasten und -rädchen für Klimatisierung und Infotainment befinden. Vorne und hinten finden sich zahlreiche Ablage- und Staufächer sowie Sitztaschen und Getränkehalter. Der Kofferraum fasst üppige 300 Liter, klappt man die asymmetrisch teilbare Rückbank komplett um, werden daraus sogar 635 Liter. So überzeugend die äußere und innere Erscheinung, so beliebig und lustlos wirkten allerdings bei unseren Testfahrten die zum Start angebotenen beiden Benzinmotoren. Das Volumenmodell mit 1,6 Liter Hubraum und 105 PS (77 kW), von dem sich Mazda in Deutschland knapp die Hälfte der Verkäufe verspricht, kommt nur langsam in Fahrt. Darüber hinaus raubt die von uns gefahrene Automatik (1200 Euro Aufpreis) dem Wagen trotz Schaltgasse für manuellen Eingriff, jeglichen Drive. Auch wenn sie ruckfrei und nahezu unmerklich die Gänge wechselt. Und auch der Zweiliter-Motor mit immerhin 150 PS (110 kW) will fleißig geschaltet werden, damit er die seinem Anspruch des sportlichen Topmodells gerecht wird. Im Frühjahr 2004 sollen das Basistriebwerk mit 1,4-Liter-Hubraum mit 80 PS (59 kW) sowie zwei Versionen eines neuen 1,6-Liter-Common-Rail-Dieselmotors mit 90 PS und 110 PS aus dem Ford-Joint-Venture mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) das Motorenangebot ergänzen.
| Hersteller: | Mazda |
|---|---|
| Typ: | 3 1.6 Exclusive |
| Karosserie: | Kompaktwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.598 ccm |
| Leistung PS: | 105 PS |
| Leistung kW: | 77 kW |
| Drehmoment: | 145 Nm |
| Von 0 auf 100: | 11 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 182 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 7,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 171 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 300 Liter |
| umgebaut: | 635 Liter |
| Versicherung (HP): | 15 € |
| Versicherung (TK): | 18 € |
| Versicherung (VK): | 14 € |
| Preis: | 18.790 € |
Nichts zu meckern gibt es am Fahrverhalten des kompakten Japaners. Sauber und linientreu zieht das Fahrwerk seine Spur. Dafür bedienten sich die japanischen Ingenieure beim Unterbau derselben Mehrlenker-Hinterachs-Konstruktion, mit der schon der Mazda 6 viel Lob einfahren konnte. Auch die Lenkung reagiert feinfühlig und zielgenau.
Und auch beim Preis-Wert-Verhältnis zeigen sich die Japaner mal wieder vorbildlich. Das Basismodell (1,4-Liter) für 15.990 Euro fährt serienmäßig mit ABS, sechs Airbags, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und Audio-System mit vier Lautsprechern. ESP und Klimaanlage gibt es erst ab der Ausstattungsstufe Komfort mit 1,6-Liter-Motor. Das Zwei-Liter-Topmodell fährt darüber hinaus ab Werk mit Klimaautomatik, Xenon- und Nebel-Scheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und Regen- und Lichtsensor. Allerdings kostet der Wagen dann auch 21.990 Euro. Verkaufen will Mazda in Deutschland nach dem Start im Oktober noch 3000 Stück. Im kommenden Jahr sollen es dann aber bereits 22.000 sein.