Mazda 5 Erkennen Sie den Unterschied?
"50 Prozent unserer Modellpalette haben wir bereits erneuert", sagt Mazda-Vertriebschef René Bock. Der Geländewagen CX-7, der Kleinwagen Mazda 2 und das Flaggschiff Mazda 6, das in wenigen Tagen seine Premiere feiert, wurde aufgehübscht. Und noch bevor im Herbst der Mazda 3 in die nächste Runde geht, tritt jetzt auch der Mazda 5 runderneuert an.
Man muss ziemlich genau hinschauen, wenn man außen Unterschiede zum bisherigen Modell erkennen will, doch knapp drei Jahre nach dem Debüt haben die Japaner den Van zumindest innen gründlich überarbeitet. Ab Mitte April gibt es sparsamere Motoren, mehr Möglichkeiten bei der Ausstattung und neue Preise. Die Liste beginnt nun bei 20.200 Euro.
Das ist auch eine Reaktion auf den verschärften Wettbewerb in dieser Klasse und den Niedergang des gesamten Van-Segments. Weil die in dieser Fahrzeuggattung so wichtigen Privatkunden im vergangenen Jahr 25 Prozent weniger Autos kauften und zudem viele Familienväter zunehmend nach kompakten Geländewagen im Stil des VW Tiguan greifen, sind Großraumlimousinen passé. Noch vor wenigen Jahren als Sieger gefeiert, büßten sie nach Berechnungen von Marktforscher Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research zwischen 2005 und 2008 nahezu 20 Prozent an Zulassungen ein, während die kompakten Allradler um 70 Prozent zulegten.
Zwei Schiebetüren - auf Wunsch mit Elektromotor
"Dennoch halten die Kompakt-Vans in Deutschland einen Marktanteil von zehn Prozent und bleiben damit ein wichtiges Segment", sagt Bock trotzig. Vom Modell 5 wurden seit dem Debüt 2005 rund 32.000 Fahrzeuge verkauft, bei Untersuchungen zur Kundenzufriedenheit landet der Wagen stets im Vorderfeld. Deshalb waren die Strategen entsprechend vorsichtig und haben nur wenig geändert.
Es bleibt also bei den beiden Schiebetüren, die jetzt als Option im Top-Modell elektrisch geöffnet werden können, bei den sieben Sitzen, die sich beinahe wie von selbst flachlegen. Und es bleibt bei den 45 Ablagen, die zum Teil so gut versteckt sind, dass man den Kleinkram am Ende einer langen Reise fast schon suchen muss.
Neu ist dagegen die Qualitätsanmutung im Innenraum: Weil Mazda nicht nur die Sitzbezüge ausgetauscht und erstmals Lederpolster ins Programm genommen hat, wirkt der Wagen viel gediegener. Das billig glänzende Plastik wurde verbannt. Dazu passt das gedämpfte Geräuschniveau, das zusätzlichen Dämmmatten im Dachhimmel und überarbeiteten Felgen zu verdanken ist.
Außerdem gibt es die Option auf neue Ausstattungen: Auf Wunsch kann man den iPod so integrieren, dass die Songs auch auf dem Bordmonitor angezeigt werden, das Handy bekommt eine Bluetooth-Freisprechanlage, und zum Navigationssystem gehört die Rückfahrkamera.
Nur keine Retuschen an der Karosserie
Mazda wollte den Wert des aktuellen Modells nicht durch große Designsprünge mindern, doch ganz ohne Retuschen wäre das Facelift ja kein Facelift. Also wurden Stoßfänger, Kühlergrill sowie die Front- und Heckleuchten erneuert. "Damit das Auto etwas dynamischer aussieht", sagt Programm-Manager Kenichi Fukanaga. Noch flotter wird die Optik mit dem sogenannten Sport Appearance Pack, das muskulöse Schürzen, Seitenschweller und LED-Rückleuchten umfasst. Rund 1000 Euro Aufpreis kosten diese Details, die in Deutschland allerdings erst in einigen Monaten angeboten werden.
Wichtiger als Designretuschen war Mazda ohnehin der Feinschliff des Antriebs. Deshalb wurde das Fahrwerk neu abgestimmt und damit vor allem die Hinterachse beruhigt. Zudem erhielten die Motoren ein paar Verbesserungen. Es bleibt zwar beim 1,8-Liter-Benziner mit 115 PS, beim 2-Liter-Benziner mit 146 PS und bei den beiden 2-Liter-Dieselaggregaten mit 110 und 143 PS. Doch dank neuer Ventiltechnik, elektronischem Gaspedal und einem Sechsganggetriebe für alle Varianten werden die Sprintzeiten kleiner und die Effizienz größer. Der Verbrauch geht im Schnitt um bis zu 0,3 Liter zurück. "Außerdem können wir endlich ein Automatikgetriebe anbieten", sagt Vertriebschef Bock. Allerdings gibt es die Automatik nur für den großen Benziner. Das wird sich frühestens im nächsten Jahr ändern - denn dann soll bereits der Nachfolger des aktuellen Modells antreten.