Mazda 6 AWD Das Sahnehäubchen
Bei der Nummer zwei unter den japanischen Automarken in Deutschland ist das Aufatmen allgegenwärtig. Nach einer jahrelangen Durststrecke gewinnt die zum Ford-Konzern gehörige Marke an Fahrt. Maßgeblichen Anteil daran hat die Mittelklasse-Modellreihe Mazda 6 (Limousine, Fünftürer, Kombi). Ein durchweg sportlich geschnittenes Auto, das seit seinem Verkaufsstart in Deutschland Mitte Juni durchweg gute Kritiken bekam und von dem Mazda bislang rund 8000 Exemplare verkaufte. "Der Wagen ist für unsere Marke ein Symbol des Aufbruchs", postuliert Deutschland-Geschäftsführer Klaus Tarlatt.
Um das frisch entfachte Feuer weiter zu nähren, schieben die Japaner jetzt das Topmodell nach, nämlich den Mazda 6 AWD Sportkombi. Es gibt den Wagen ausschließlich in einer Karosserie- und Motorversion: Nämlich als Kombi und mit dem 2,3-Liter-Vierzylinder-Benziner unter der Haube. Weiterhin obligatorisch bei diesem Fahrzeug sind das Fünfgang-Automatikgetriebe mit der Möglichkeit zum manuellen Gangwechsel ("Activematic") sowie ein elektronisch gesteuerter Allradantrieb.
Das vom Zulieferer Toyoda stammende Allradsystem erhöht das Fahrzeuggewicht um 135 Kilogramm, soll aber zusätzliche Fahrstabilität verleihen. Die Drehmoment-Verteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt dabei automatisch und vom Fahrer weder spür- noch beeinflussbar. Aus dem Stand rollt der Wagen stets mit einer 50:50-Kraftverteilung zwischen vorne und hinten los. Fährt das Auto jedoch gleichmäßig auf griffigem Untergrund, wirkt die komplette Antriebskraft auf die Vorderräder. Erst wenn hier Schlupf auftritt, wird Drehmoment nach hinten geleitet (maximal bis zu 50 Prozent).
Das Fahrverhalten den Mazda 6 AWD ist also vollkommen unproblematisch. Besonders sportlich ist es jedoch nicht, was vor allem an der sehr komfortabel abgestimmten Automatik liegt. "Die Steuerung der Activematic", so Mazda- Cheftechniker Hermann Wesemann, könne "durchaus noch verändert werden." Noch etwas Feintuning könnte wirklich nicht schaden, denn so wirkt der Vorwärtsdrang seltsam abgeschnürt. Man hat bisweilen den Eindruck, der durchaus kräftige und kultiviert agierende Motor kann sich gar nicht richtig entfalten.
| Hersteller: | Mazda |
|---|---|
| Typ: | Sport Kombi AWD |
| Karosserie: | Kombi |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 2.261 ccm |
| Leistung PS: | 162 PS |
| Leistung kW: | 119 kW |
| Drehmoment: | 205 Nm |
| Von 0 auf 100: | 12,3 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 189 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 10,8 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 256 g/km |
| Kofferraum: | 490 Liter |
| umgebaut: | 1.697 Liter |
| Versicherung (HP): | 18 € |
| Versicherung (TK): | 24 € |
| Versicherung (VK): | 35 € |
| Preis: | 30.330 € |
Und es gibt noch einen Kritikpunkt: den Spritverbrauch. Nach knapp 400 Testkilometern auf der Autobahn, über kurvige Passstraßen, gut ausgebaute Landstraßen,aber auch durch enge Orte errechnete der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 12,8 Liter. Das ist happig und liegt deutlich über dem offiziell angegebenen Wert von 10,8 Liter. Geschuldet ist dies dem Allradantrieb und dem Fahrzeuggewicht von 1605 Kilogramm. Logisch, denn im Topmodell steckt die Topausstattung. Automatische Niveauregulierung, Bose-Sound-System, Klimaautomatik und 215er-Reifen auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind sehr angenehm und hübsch anzuschauen, erhöhen aber eben auch (zugegeben: mitunter nur äußerst gering) Gewicht und damit den Verbrauch.
Als Komplettangebot für Kunden, die auf Allradantrieb Wert legen (etwa in den schneesicheren Gebieten Süddeutschlands), ist der Mazda 6 AWD jedoch ein ordentliches Angebot. Vor allem deshalb, weil das Auto richtig gut aussieht, einen sehr geräumigen Innenraum bietet und dazu ein beinahe tadelloses Package. Die Ausstattung ist vollständig, das Innenraumdesign elegant und modern. Es stammt übrigens aus Mazdas europäischem Designzentrum in Oberursel. Auch das Thema Sicherheit wurde gründlich erledigt: Ab Werk sind sechs Airbags an Bord (Frontairbags zweistufig), ABS, elektronische Bremskraftverteilung und Bremsassistent, sowie die dynamische Stabilitätskontrolle (DSC). Ab Mitte November steht der Wagen bei den deutschen Händlern - und damit vermutlich rechtzeitig zu den ersten Schneefällen. Besser kann das Timing für einen Allradler nicht sein.