Mazda-Modelle: Erfolg durch Ahnenforschung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mazda-Modelle Erfolg durch Ahnenforschung

Jahrelang dümpelte Mazda ohne besonders erfolgreiche Fahrzeuge dahin. Seitdem die japanische Marke zum Ford-Konzern gehört, wurden zumindest die Konzeptautos wieder aufregend. Demnächst kommen die ersten neuen Modelle auf die Straße.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf dem Genfer Automobilsalon (7. bis 17. März) werden die Japaner erstmals die komplett neue Modellfamilie des Mazda 6 vorstellen. Dazu gehören die Limousine, die Fließheck-Variante und die Kombi-Version des Viertürers für die Mittelklasse.

Mazda-Chef Mark Fields sagt, mit diesem Auto werde das Unternehmen in eine neue Ära starten: "Der Mazda 6 ist das erste Glied in einer Kette von Neuerscheinungen, mit denen wir zurück zu unseren Wurzeln wollen." Die Frage ist nur: Wo liegen Mazdas Wurzeln?

Ein Ergebnis der Ahnenforschung nennt Fields: "Fahraktive Sportwagen" hätten, so der Unternehmenschef, das Image von Mazda geprägt. Nun wäre es problematisch, die Baureihe 6 als Sportwagen zu klassifizieren, doch zumindest das Design des Fahrzeugs drückt einen gewissen Hang zur Sportlichkeit aus. Und die Techniker versprechen natürlich auch ein flottes Handling des Autos, was aber erst ab dem Sommer nachprüfbar sein wird, denn dann kommen die ersten Exemplare auf die Straßen.

Äußerlich fällt der Mazda 6 durch eine einfache Linienführung, den zackigen Kühlergrill, schmale Klarglasscheinwerfer vorne und hinten und eine hübsch fließende Silhouette auf. Die Japaner sprechen gerne vom Design-Motto "Emotion in Motion".

Bei der Antriebstechnik ist inzwischen, ganz auf den europäischen Geschmack abgestimmt, eine große Variationsbreite möglich. Drei Benzin- und zwei Commonrail-Diesel-Motoren sind im Angebot, die für jede Karosserievariante zur Verfügung stehen. Das Leistungsband der Benziner reicht vom 1,8-Liter Vierzylinder mit 120 PS (88 kW) bis zum 2,3-Liter-Motor mit 166 PS (122 kW).

Bei den Selbstzündern handelt es sich um Zwei-Liter-Maschinen mit 121 oder 136 PS (89 oder 100 kW). Es wird ein Fünfgang-Schalt- und ein Automatikgetriebe geben, für die später dazukommenden Allrad-Varianten auch eine Automatik mit manuellem Schaltmodus.

Auf der Messe wird auch die endgültige Version des neuen Sportwagens RX-8 zu sehen sein. Der Wagen ist in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich: Zum einen wird er von einem Zweischeiben-Wankelmotor angetrieben, zum anderen verfügt er als einer der wenigen Sportwagen über vier Türen, die gegenläufig angeschlagen sind und sich also wie ein großes Tor öffnen; der Zugang zum Innenraum wird dadurch besonders für die Fondpassagiere erheblich bequemer. Auf den RX-8 wird die Kundschaft allerdings noch ein wenig warten müssen.

Fix und fertig dagegen sind die Großraumlimousine MPV mit neuem Commonrail-Dieselmotor und der Roadster-Dauerbrenner MX-5 als Sondermodell "Phoenix". Der Van von Mazda erhielt einige optische Retuschen, ein leicht modifiziertes Fahrwerk und zwei neue Motoren. Der Benziner leistet nun 140 PS (103 kW) und soll weniger Sprit verbrauchen, der neue Direkteinspritzer-Diesel setzt 136 PS (100 kW) Leistung frei.

Beim Roadster "Phoenix" ist es vor allem die Schminke, die das Auto auszeichnet: Die Lackierung im Farbton "Titan-Silber", 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, naturbraune Ledersitze, ein zweifarbiges Lenkrad und eine verchromte Mittelkonsole sollen für optische Andersartigkeit sorgen.

Auf der Motorenseite nichts Neues, man kann zwischen einem 1,6-Liter-Benziner mit 110 PS (81 kW) und einem 1,9-Liter-Benziner mit 146 PS (107 kW) wählen.