Mercedes C-Klasse Auto zum Anfassen
Wenn Jürgen Rosenberg in ein Auto steigt, muss er über jede Fläche reiben, auf jeden Knopf drücken, an jedem Schalter drehen. Der Mann hat keinen Fummel-Tick, sondern ist Diplom-Psychologe im DaimlerChrysler-Forschungsbereich Akzeptanz- und Verhaltensanalyse. Ja, richtig gelesen. In Zeiten, in denen inzwischen alle Hersteller mit dem Etikett Premium jonglieren, will zumindest der Erfinder des Automobils und Mutter aller Premium-Autos die Kriterien dafür auf wissenschaftliche Füße stellen.
Und Rosenberg hat in vielen Versuchsreihen herausgefunden: "Was subjektiv als Premium empfunden wird, lässt sich objektiv beschreiben." Soll heißen, es gibt ganz bestimmte Materialkombinationen, Oberflächenstrukturen oder auch Druckpunkte von Schaltern und Tasten, die als besonders hochwertig empfunden werden. "Erstaunlich ist dabei", so Rosenberg, "dass es eine Art Sättigungsgrad gibt, an dem der Mensch keine spürbare Verbesserung mehr wahrnimmt". Anders gesagt: Edel ist edel, egal wie viel Leder, Alcantara oder Lackschichten verarbeitet werden.
Dass die Stuttgarter gerade bei der Vorstellung ihrer neuen C-Klasse auf ihre Grundlagenforschung verweisen, kommt nicht von ungefähr. Bei der Einführung vor vier Jahren wurde das äußere Design zwar gelobt, für die allzu schlichte Cockpit- und Interieurgestaltung hagelte es jedoch Kritik. So konzentrierten sich die Schwaben bei der Modellüberarbeitung vor allem auf die Aufwertung des Innenraums. Im Cockpit finden sich nun Chromzierteile an verschiedenen Bedienelementen, neue Schalter und ein modifiziertes Sitzdesign. Vier weiß beleuchtete Rundinstrumente im Stil hochwertiger Chronometer bilden den Mittelpunkt.
Zwischen Tachometer und Drehzahlmesser gibt es ein Zentral-Display für den Bordcomputer, der mit den Tasten des Multifunktions-Lenkrads gesteuert wird. Auch die einst fade Mittelkonsole und die Anordnung der Tasten, Schalter und Drehregler darauf wirken nun sehr viel stimmiger. Aufgewertet wurden auch die drei Ausstattungslinien. Bereits das Basismodell Classic ist nun serienmäßig mit neuen Edelholz-Zierteilen sowie der Klimaanlage Thermatic ausgestattet. Beim Avantgarde stehen Aluminium oder auf Wunsch Vogelaugenahorn zur Auswahl. Das Sportcoupé der C-Klasse hat darüber hinaus ein neues Dreispeichen-Lenkrad, Aluminium-Zierblenden in der Mittelkonsole und Sportsitze.
Die äußeren Modifikationen fielen dagegen eher gering aus. Ein neu gestalteter Frontstoßfänger, serienmäßige Klarglas-Scheinwerfer und 16-Zoll-Räder mit 205er-Breitreifen sollen den dynamischen Auftritt betonen. Auch der neu entwickelte Klarlack auf Basis der Nanotechnologie, der für höhere Kratzfestigkeit sorgen soll, wird bereits im Werk aufgesprüht.
Aber nicht nur von außen wirkt die neue C-Klasse dynamischer. Das Fahrwerk wurde spürbar sportlicher abgestimmt. Neu entwickelte Lager an Vorder- und Hinterachse sowie eine kürzere Lenkübersetzung vermitteln ein gutes Kurvenverhalten. Die sechs Gänge haben kürzere Schaltwege und rasten präzise ein.
| Hersteller: | Mercedes |
|---|---|
| Typ: | C 230 K |
| Karosserie: | Limousine |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner-Kompressor |
| Hubraum: | 1.796 ccm |
| Leistung PS: | 192 PS |
| Leistung kW: | 141 kW |
| Drehmoment: | 260 Nm |
| Von 0 auf 100: | 8,1 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 240 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 8,9 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 211 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 455 Liter |
| Preis: | 31.784 € |
Das Motorenprogramm wurde auf insgesamt elf Triebwerke erweitert. An der Spitze steht nun ein Achtzylinder von AMG, der erstmals in der C-Klasse eingesetzt wird. Der C 55 AMG, der als Limousine und Kombi (T-Modell) zu haben ist, löst den C32 AMG ab. Er leistet 367 PS (270 kW) und 510 Newtonmeter Drehmoment, die er in schwindelerregende Beschleunigung umsetzt. Aus dem Stand katapultiert er den Wagen mit sonorem Grollen in 5,2 Sekunden auf 100 km/h. Ein AMG-Sportfahrwerk, ein Fünfgang-Automatikgetriebe mit Lenkrad-Schalttasten sind Serie. Von den zivilen C-Klassen unterscheidet sich der AMG durch 18-Zoll-Leichtmetallräder, 225er-Reifen vorn und 245er hinten, Sportsitze mit Alcantara-Bezug und ein Kombi-Instrument mit silberfarbenen Zifferblättern. Absolute Spitze aber auch der Preis: 62.176 Euro (T-Modell: 63.568 Euro).
Gerade mal die Hälfte kostet der C-230-Kompressor, den es bislang nur im Sportcoupé gab und der jetzt auch für Limousine und Kombi angeboten wird. Der Vierzylinder mit 192 PS (141 kW) und 260 Newtonmeter maximalem Drehmoment bietet zwar auf dem Papier nur halb so viel Leistung wie die AMG-Version, auf der Straße aber ähnlichen Fahrspaß wenn er in 8,1 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und ein Spitzentempo von 240 km/h erreicht.
Am Ende wurde auch der Diesel-Vierzylinder im C 220 CDI noch einmal um sieben auf 150 PS (110 kW) verstärkt. Mit dem Partikelfilter, den es jedoch nur gegen 580 Euro Aufpreis gibt, erfüllt er ebenso wie der kleinere C 200 CDI die ab 2005 gültigen Euro-4-Abgaslimits. Augeliefert wird die neue C-Klasse ab dem 24. April. Die Preise beginnen bei 27.898 Euro für die Limousine C 180 Kompressor Classic. Bisher fingen die Preise bei 26.970 Euro an.