Mercedes CLS: Der E-Klasse-Flachbau - DER SPIEGEL
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Mercedes CLS: Auto streck dich!

Foto: Walter Tillmann

Mercedes CLS Der E-Klasse-Flachbau

Der Mercedes CLS war der Erste seiner Art. Als die Schwaben das Modell 2004 erstmals lancierten, gab es noch kein anderes viertüriges Coupé. Wenn jetzt die zweite Generation des CLS startet, trifft sie auf mehrere Konkurrenten. SPIEGEL ONLINE fuhr den Wagen bereits.
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Auf die Verpackung kommt es eben doch an. Als vorerst letzten Ableger der aktuellen E-Klasse bringt Mercedes zum Jahreswechsel die zweite Generation des CLS an den Start. Wie schon bei der Premiere der ersten Generation des viertürigen Coupés beweisen die Schwaben auch bei der Neuauflage ihr Geschick bei der Blechformung. Denn obwohl der Wagen technisch eng mit der E-Klasse verwandt ist, nimmt man das Auto keineswegs einfach als weitere Karosserievariante wahr.

"Für die Kunden ist der Wagen eher eine kompaktere Version der Modelle S-Klasse oder CL", behauptet Produktmanager Bernd Stegmann. Das ist gut für Mercedes, denn so zahlen die CLS-Käufer auch bereitwillig einen höheren Preis. Den durchschnittlichen Unterschied zu vergleichbar ausgestatteten E-Klasse-Typen beziffert Stegmann mit 5800 Euro. In der Preisliste ist der CLS 350 CDI als vorerst günstigstes Modell mit 63.427 Euro aufgeführt.

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Als wichtigster Grund für die andere Wahrnehmung und das andere Image gilt das Design. "Zwei Drittel der Kunden haben das als entscheidendes Kaufkriterium genannt", sagt Michael Krämer, der Chef der Baureihe. Und so ist es kein Wunder, dass auch beim neuen Modell die Optik besonders hervorgehoben und der Wagen schon jetzt zur "neuen Design-Ikone" verklärt wird. Dazu kommt, dass der neue CLS das erste Auto ist, das komplett unter der Regie des neuen Designchefs Gorden Wagener entstanden ist und gilt deshalb als Wegweiser für die stilistische Zukunft in Stuttgart.

An die E-Klasse soll möglichst wenig erinnern

Die dürfte ausgesprochen kraftvoll und prägnant werden. Denn mit wenigen Linien und vielen glatten Flächen hat Wagener eine Skulptur gebogen, die aus jeder Perspektive frisch und neu wirkt - selbst wenn man sich an einige Ansichten erst noch gewöhnen muss. Baureihenchef Krämer hebt vor allem die Frontpartie hervor. Dort strahlen, auf Wunsch und gegen Aufpreis, die ersten Voll-LED-Scheinwerfer bei Mercedes; zudem sei der Wagen von vorne einfach unverwechselbar.

Innen geht die optische Abgrenzung von der E-Klasse deutlich weiter. Hier etwas mehr Leder, dort ein paar zusätzliche Holzleisten, dazu eine Extraportion Chrom, ein neues Lenkrad - fertig ist die Luxussuite für vier. Nur mit dem Platz geizt das Auto. Zwar wuchs der Innenraum im Vergleich zum Vorgängermodell, und auch der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 520 Litern durchaus reisetauglich, doch wirklich geräumig ist es unter dem Flachdach nicht.

Zwölf Assistenzsysteme und neun Airbags

Ebenfalls neu ist das bunte Display im Cockpit, für das Mercedes eine spezielle Grafik programmiert hat. Das war auch nötig, denn dort werden künftig mehr Piktogramme denn je angezeigt. Schließlich kann man den CLS mit gleich zwölf Assistenzsystemen bestellen - von der aktiven Spurführung bis zur Verkehrszeichenerkennung. Falls dennoch ein Unfall droht, gibt es neben dem obligatorischen ESP und einer Presafe-Brems-Funktion erstmals neun Airbags in Serie. Neu hinzu kommen nämlich Extra-Luftkissen in den Sitzen, die den Hüftbereich der vorderen Insassen schützen.

"Innen First-Class, aber unter der Haube Economy", sagt Krämer gern, wenn er auf die Motoren zu sprechen kommt. Dank neuer Aggregate, einem siebenstufigen Automatikgetriebe samt Start-Stopp-Funktion, einem System zur Bremsenergie-Rückgewinnung und bedarfsgerecht gesteuerten Nebenaggregaten sinkt der Spritverbrauch um bis zu 25 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell. Weil darüber hinaus erstmals im CLS auch ein Vierzylinder-Dieselmotor erhältlich sein wird, kommt die sparsamste Variante des Modells mit 5,1 Litern im Schnitt klar.

Das Topmodell CLS 500 tritt mit 408 PS an

Am anderen Ende des Motorenangebots steht der neue V8-Motor im Modell CLS 500, das rund 70.000 Euro kosten wird. Ehe ein AMG-Modell angeboten wird, ist das der stärkste CLS mit einer Leistung von 408 PS, was allemal genug ist für einen überaus flotten Fahrstil. Vollkommen gelassen und scheinbar ohne Anstrengung beschleunigt die Maschine den 1,9-Tonner in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und treibt ihn in Gran-Turismo-Manier über die Landstraßen - also sehr kultiviert, sehr leise, sehr sportlich. Selbst an der Tankstelle bleibe das böse Erwachen aus, sagt Krämer und nennt einen Normverbrauch von weniger als neun Litern.

Den Erfolg des CLS macht Mercedes nicht nur an den 170.000 bislang verkauften Exemplaren fest, sondern die Schwaben fühlen sich auch von der Zahl ihrer Nachahmer bestätigt. "Das zeigt, dass die vermeintliche Nische so klein nicht sein kann", sagt Mercedes-Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Und natürlich ist er, trotz der nun vorhandenen Konkurrenzmodelle, schon von Berufs wegen bester Dinge: "Der CLS ist jetzt vielleicht nicht mehr der einzige seiner Art, aber er ist auch weiterhin einzigartig."